Bekanntgabe der Sieger

Mit mehr als 50 Einreichungen und 150 Bildern endete am 30.06.12 der dpunkt.fotowettbewerb "Fotografieren ohne Hightech". Die Jury - Bernd Daub (Fotograf, Autor), Michael Omori Kirchner (Fotograf, fotografr.de) und Gerhard Rossbach (dpunkt) - hat nun getagt und die Sieger ermittelt.

Die Qualität der eingereichten Arbeiten war durchweg hoch, wobei es für die Jury nicht ganz einfach war, die Trennlinie zwischen "Hightech und Lowtech" zu ziehen. Überwiegend wurden einfache analoge Kameras eingesetzt -- bis hin zum (zur Panoramakamera) umgebauten Werkzeugkasten, und eine Kaffeedose mit Loch, die auch das Siegerfoto geschossen hat.

Im Folgenden stellen wir die zehn Siegerarbeiten vor und möchten uns bei dieser Gelegenheit bei allen Teilnehmern des Wettbewerbs und den Sponsoren ganz herzlich bedanken.


Platz 1: Jörg Rehrmann

nach dem Studium der Malerei lange Jahre als Gymnasiallehrer tätig. Im Kunstunterricht die fotografischen Grundlagen mit der Lochkamerafotografie vermittelt. Nach eigener Aussage damals mit dem "Lochkamera-Virus" angesteckt, der sich bis heute als unheilbar erwiesen hat.

Und so ist auch das Siegerfoto des diesjährigen Wettbewerbs entstanden: "Neubau", eine Aufnahme, die mit einer Lavazza-Fotodose direkt auf Fotopapier gemacht wurde. In die Dose wurde ein kleines Loch gebohrt. Über dieses Loch wurde eine Lochblende aus Metallfolie mit einem Durchmesser von etwa 0,3mm geklebt. Das Fotopapier wurde an der Innenwand gegenüber dem Loch positioniert, die Dose direkt unter der Hauskante positioniert und etwas gekippt, was zu den starken Verzeichnungen geführt hat.


Platz 2: Marc von Martial

lebt in seiner Wahlheimat Bonn am Rhein und arbeitet seit nunmehr 10 Jahren als Grafikdesigner. Marc fotografiert digital und analog, analog lieber, aber ohne Dogma oder Sendungsbewusstsein. Sein Fokus liegt auf Portraits, Serien und allem Ungewöhnlichen. www.mvmphotography.de.

Titel des Siegerfotos ist "+". Es wurde mit einer "Holga 120 GN" plus der "SL-1 Self Portrait Lens" auf Fomapan 400 aufgenommen, 1h Standentwicklung in Rodinal.


Platz 3: Antonius

nach Jahren im Management jetzt als Designer, Fotograf und Dozent tätig.

Die Technik (Transferverfahren): Man kennt noch das sogenannte Trennbildverfahren von Polaroid, beim dem Träger samt latentem Negativ aus der Kamera gezogen wird. Nach etwa einer Minute werden Negativ und (positives) Bild getrennt.

Beim Transferverfahren erfolgt die Trennung bereits nach wenigen Sekunden. Das Trägermaterial von Sperrholz bis zu hochwertigen Papieren wird angefeuchtet, das Negativ aufgebracht und mit Druck für einige Sekunden oder Minuten "gepresst". Nach dem Abziehen des "Negativs" erhalten sie ein fotografisches Unikat.

Zum Bild: Die Unterlage ist ein handgegossenes Papier, das einer zusätzlichen Behandlung ausgesetzt wurde. Die "Nachbehandlung" ist eine Lackierung zum UV-Schutz und Oberflächenversiegelung.


Platz 4-10 (ohne Rang)

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Ute Behrend, Köln (Bild aus eigenem Buch "Last year of childhood") Ute Behrend, Köln (Bild aus eigenem Buch "Last year of childhood" Sophia Frohmuth, Heidelberg Sophia Frohmuth, Heidelberg Hartmut Gräfenhahn, Berlin Hartmut Gräfenhahn, Berlin Manfred Kerscher, Murnau Manfred Kerscher, Murnau Vera Nowottny, München Vera Nowottny, München Alexander Schuth, Hanau Alexander Schuth, Hanau Susanne Wolkenhauer, Berlin Susanne Wolkenhauer, Berlin

Die Gewinner werden mit folgenden Preisen bedacht:

Platz 1: 1 Holga Kamera mit Kleinbildadapter, Kabelauslöser, Stativ ("Gorilla") und 2 Rollfilme

Platz 2: 3 Einwegkameras (Redbird, Nightbird, Crossbird) mit Entwicklungsgutscheinen

Platz 3: 1 Einwegkamera (Redbird) mit Entwicklungsgutschein

Platz 4 – 10: je 1 Film Redbird, Nightbird, Crossbird

Zudem erhalten die ersten 10 Preisträger ein Buch ihrer Wahl aus dem Fotografieprogramm des dpunkt.verlags und ein Jahresabonnement der Zeitschrift fotoforum.

Wir danken dem fotoforum und GENERAL PHOTO für die Unterstützung des Fotowettbewerbs.