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Von Lusaka zur Gwabi Lodge

Irgendwann am frühen Morgen sind wir dann in Nairobi und aus irgendeinem Grund müssen fast alle von uns noch einmal für den Flug nach Lusaka einchecken. Danach bestaunen wir Afrika. Draußen sind überall Heuschrecken und es kreisen Geier über dem Rollfeld. Vor uns wird noch ein Flug nach Madagaskar abgefertigt und dann gehen wir auf das Rollfeld hinaus. Draußen sind zwischen dem Terminal und den Flugzeugen die Gepäckstücke wie auf einem Basar ausgebreitet und wir erinnern uns an Manfreds Warnung, aufzupassen, dass unser Gepäck auch durchgecheckt wird. Ein weiterer Blick über das Rollfeld zeigt ein paar Flugzeugtypen, die man sonst wohl allenfalls im Osten zu sehen bekommt, und dann geht es auch schon weiter. Das heißt, vor dem Start werden alle in der Kabine noch besprüht, damit wir kein Ungeziefer einschleppen. Und vor Lusaka kommt noch Harare, dann fliegen wir wieder in Richtung Norden und sind zwei Stunden später als vorgesehen endlich angekommen.

Die erste Begegnung mit afrikanischer Bürokratie kommt auch gleich – nicht unangenehm: Wir werden gebeten, die Touristenschlange zu verlassen und uns in die deutlich kürzeren Schlangen für Einheimische bzw. VIPs einzureihen. Allerdings nützt das nicht sehr viel, da man an diesen Schlangen zunächst keine Visaformulare hat. Die Gebühren für unser 20$ double entry visa steckt die Zöllnerin seelenruhig in die Brusttasche ihrer Uniform – „This is not for my breakfast, it is for the government of Zambia“.

Lusaka Airport (Michael) Draußen warten dann auch schon Manfred und Ilona, die erst kurz vorher erfahren haben, dass unser Flug den Weg über Harare nimmt und daher Stunden zu später kommt. Nach einer herzlichen Begrüßung geht es zu einem ersten Frühstück an die Autos. Hier lernen wir die ersten unbekannten Genüsse kennen: dünne südafrikanische Räucherwürste, die aber noch viel zu weich sind und daher zum Trocknen an den Rückspiegel gehängt werden. Daneben ein kleiner Rettich, irgendwo zwischen Radieschen und Rettich.


Dann machen wir uns auf den Weg. Durch das Zentrum Lusakas, über die Schmalspurbahn, am Einkaufszentrum vorbei zu einer Tankstelle am Standrand, wo uns unser einheimischer Fahrer verläß. Nun sehen wir die afrikanische Landschaft, bis wir bei Kafue den gleichnamigen Fluss überqueren und hinauf in die Berge fahren. Der Verkehr ist gering, daher stört es auch nicht, dass an den vielen Steigungen der kurvenreichen Strecke LKWs liegen geblieben sind. Einer ist auf die Seite gefallen und die Ladung Speiseöl wird gerade umgeladen. An anderen LKWs sind kleine Lager aufgebaut, wo der Fahrer auf Hilfe oder Ersatzteile wartet. Kurz vor Chirundu halten wir dann noch an einem versteinerten Wald. Überall ragen Baumstümpfe aus der Erde, alles aus Stein. Von Chirundu sehen wir nur die LKW-Schlangen, die offensichtlich nicht über die Grenze kommen. Uns interessiert das heute nicht mehr, wir biegen in eine kleine Sandstraße ein, auf der wir unsere ersten Erfahrungen mit afrikanischen Pisten machen. Bald erreichen wir die Gwabi Lodge, in der wir auf dem kleinen, nicht vom Kafue überfluteten Rest des Geländes unsere Zelte aufschlagen. Manfred berichtet, dass sich 120 Leute zur Sonnenfinsternis angemeldet hätten – uns ist nicht klar, wo die alle bleiben werden. Die frühe Dunkelheit ist überraschend für uns, ebenso die plötzliche Abkühlung. Wir sitzen noch einige Zeit im Dunkeln, haben viele Fragen und lauschen den Trommeln, die von einem entfernten Dorf herüberschallen.


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