1 Es geht los ...

In diesem Kapitel lernst du deinen Calliope mini näher kennen. Dabei wirst du erfahren, was der Calliope mini genau ist und was du mit ihm machen kannst.

Das einführende Kapitel wurde von Nadine Bergner geschrieben.

1.1 Was dich in diesem Buch erwartet

Du hast einen Calliope mini und fragst dich, was du damit tun kannst? Du hast schon Ideen und möchtest gerne deinen Calliope mini selbst programmieren?

Abb. 1–1 Der Calliope mini und seine Bauteile

Herzlichen Glückwunsch, dann hältst du genau das richtige Buch in deinen Händen. In diesem Buch dreht sich alles um den Calliope mini, der dir im nächsten Abschnitt auch gleich noch genauer vorgestellt wird. Nachdem du erfahren hast, was der Calliope mini alles kann, lernst du Schritt für Schritt, wie du auch eigene Programme für den Calliope mini schreiben und mit ihm tolle Projektideen umsetzen kannst. In den späteren Kapiteln findest du viele ganz unterschiedliche Projekte, zu denen bereits eine Anleitung vorbereitet ist. Diese Projekte kannst du jederzeit mit deinen eigenen Ideen weiterentwickeln oder auch selbst neue Projekte erfinden.

Die vielen (hoffentlich) spannenden Projekte sind nach Schwierigkeit angeordnet. Wenn du also noch keine Vorerfahrung mit dem Calliope mini oder mit Programmierung hast, empfiehlt es sich, vorne anzufangen und sich zu den größeren Herausforderungen im hinteren Teil des Buches vorzuarbeiten. In diesem Buch findest du ganz unterschiedliche Projekte, die verschiedene Funktionalitäten deines Calliope mini nutzen.

Da du ganz viele neue Dinge kennenlernen wirst, findest du an einigen Stellen wichtige Merksätze wie zum Beispiel diesen hier:

Programmieren

So nennt der Profi das Erstellen von Programmen. Auch du wirst im Laufe dieses Buches viele Programme für deinen Calliope mini programmieren. Dadurch wirst auch du zur Programmiererin oder zum Programmierer.

Wenn du neugierig bist oder auch schon ein wenig Vorerfahrung hast, kannst du gerne auch schon zu den komplexeren Projektideen im hinteren Teil des Buches vorblättern. Falls du bei der Umsetzung merkst, dass du eine bestimmte Sache nicht kennst, kannst du den Index (eine Art Stichwortverzeichnis ganz am Ende des Buches) benutzen, um die Stelle zu finden, an der diese Sache erklärt wird.

Jetzt wird es aber Zeit, dass du loslegst und dir deinen Calliope mini einmal ganz genau anschaust.

Ganz viel Spaß bei deinem ersten und allen weiteren Calliope mini-Programmen!

1.2 Du lernst den Calliope mini kennen

In diesem Kapitel lernst du deinen Calliope mini näher kennen. Dabei wirst du erfahren, was der Calliope mini genau ist, was du mit ihm machen kannst und was das Besondere an ihm ist.

Der Calliope mini ist eine Platine, auf der ein Mikroprozessor (praktisch das Hirn des Calliope mini) und zahlreiche weitere spannende Bauteile angebracht (gelötet) sind. Welche Bauteile es genau gibt und was du damit tun kannst, erfährst du ein paar Zeilen weiter unten.

Du kannst den Calliope mini später auch selbst programmieren, das heißt eigene Programme schreiben und auf den Calliope mini übertragen, sodass du ihm neue Sachen beibringen kannst. Keine Sorge, falls das für dich alles ganz neu ist. Es ist gar nicht so schwierig, und du findest auf den nächsten Seiten eine genaue Anleitung. Falls du dennoch Fragen hast oder etwas nicht funktioniert, frag doch deine Eltern oder älteren Geschwister um Hilfe.

Damit du erste Ideen bekommst, was du mit dem Calliope mini machen kannst, hier ein paar Vorschläge: Du kannst …

Damit du einschätzen kannst, welche Möglichkeiten du mit dem Calliope mini hast, erfährst du nun, wozu die verschiedenen Bauteile auf dem Calliope mini da sind. Im Anhang (Seite 299) findest du eine detaillierte Darstellung vom Calliope-mini-Board mit all seinen Anschlüssen.

Abb. 1–2 Schematische Zeichnung des Calliope mini

  1. Das LED-Display: In der Mitte des Calliope mini siehst du das LED-Display. LED ist die Abkürzung für den englischen Ausdruck »light-emitting diode«, was auf Deutsch »lichtaussendendes Bauteil« oder einfach ausgedrückt »kleine Lampe« bedeutet. Auf dem Calliope mini sind insgesamt 25 winzige rote LEDs in einem Rechteck angeordnet. Du kannst sie alle einzeln ansteuern und so zum Beispiel einen lachenden Smiley oder auch einen beliebigen Buchstaben anzeigen lassen.
  2. Die RGB-LED: Die RGB-LED ist eine ganz besondere LED. Sie ist etwas größer und unterhalb des LED-Displays zu finden. Das Besondere ist aber, dass sie nicht nur rot, sondern in ganz vielen verschiedenen Farben leuchten kann. Die Abkürzung RGB steht für Rot, Grün und Blau. Aus diesen drei Grundfarben lassen sich nämlich alle anderen Farben mischen, ganz ähnlich wie bei einem Wasserfarbkasten.
  3. Die Knöpfe A und B: Den blauen Knopf A (links auf dem Calliope mini) und den roten Knopf B (rechts) kannst du herunterdrücken. Dies merkt der Calliope mini, und du kannst ihn später so programmieren, dass der Calliope mini etwas Bestimmtes macht, zum Beispiel einen Ton abspielt, wenn ein Knopf gedrückt wird. Alle Bauteile, mit denen man dem Calliope mini ein Signal geben kann (z. B. das Signal »Knopf A wurde gedrückt«), nennt man Sensoren. Davon hat der Calliope mini einige verbaut, damit du mit ihm interagieren kannst.

    Sensoren

    Sensoren sind Bauteile, die bestimmte Veränderungen der Umwelt messen. Das kann ein Knopf sein, der von dir heruntergedrückt wird, oder auch ein Temperatursensor, der registriert, ob es im Raum wärmer oder kälter wird.

  4. Der Reset-Knopf: Wenn du genau hinschaust, erkennst du noch einen dritten Knopf, der mit »Reset« beschriftet ist. Er befindet sich oben in der Mitte. Das englische Wort »Reset« bedeutet auf Deutsch »zurücksetzen«. Wenn du also diesen Knopf drückst, wird das aktuelle Programm zurückgesetzt, also neu gestartet.
  5. Der Lautsprecher: Der schwarze viereckige Kasten rechts unten ist ein Lautsprecher. Er kann verschiedene Töne abspielen, sodass du sogar ein kleines Lied komponieren kannst.
  6. Der Lichtsensor: Fast unsichtbar versteckt sich dieser Sensor im LED-Display. Er misst die Lichtstärke (also die Helligkeit). Der Calliope mini kann also feststellen, ob es gerade hell oder dunkel ist. Auch wenn du deine Hand nah über den Calliope mini hältst, wird es dunkler. So kannst du den Lichtsensor nutzen, um zu messen, ob jemand am Calliope mini vorbeigeht, und damit zum Beispiel eine Alarmanlage bauen.
  7. Der Lagesensor: Der Lagesensor ist ein winziges Bauteil, das aber etwas ganz Tolles kann. Durch den Lagesensor kann der Calliope mini merken, wie herum er gehalten wird. Du könntest also ein Programm schreiben, sodass der Calliope mini piepst, wenn man ihn auf den Kopf dreht. Dieser Sensor misst auch ob sich der Calliope mini bewegt, also zum Beispiel geschüttelt wird.

Damit du später deine neuen Programme auf den Calliope mini übertragen kannst, gibt es noch einen Mikro-USB-Anschluss oben in der Mitte. Mit einem USB-Kabel kannst du den Calliope mini mit deinem Computer oder Laptop verbinden. Über das Kabel wird der Calliope mini gleichzeitig mit Strom versorgt. Du brauchst also zum Austesten deiner Programme keine Batterie, solange der Calliope mini am Computer angeschlossen ist. Wenn du den Calliope mini später auch allein benutzen möchtest, brauchst du ein Battery-Pack, das du dann an den Batterieanschluss ansteckst.

Abb. 1–3 Calliope mini mit USB-Kabel und Battery-Pack

1.3 Calliope mini erwacht zum Leben

Damit der Calliope mini zum Leben erwacht, musst du nun das andere Ende des USB-Kabels in den USB-Anschluss eines Computers stecken.

Abb. 1–4 Calliope mini mittels USB-Kabel am Computer angeschlossen

Auf dem Calliope mini wird immer das zuletzt aufgespielte Programm gespeichert. Wenn dein Calliope mini ganz neu ist und noch nicht vorher benutzt wurde, startet er nun ein Programm, das die Hersteller für dich aufgespielt haben. Mit diesem Programm kannst du die verschiedenen Sensoren ausprobieren.

Super, dein Calliope mini lebt! Damit er nicht nur lebt, sondern auch schick ist und sicher transportiert werden kann, wäre es eine gute Idee, wenn du dir eine Schutzhülle für deinen Calliope mini basteln würdest. Vielleicht hat du Lust, dir sogar eine richtige Tasche dafür zu nähen?! Oder – wenn dir Nähen nicht so liegt – dann könntest du auch eine Schachtel aus dicker Pappe oder aus Holz dafür verwenden. Deiner Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Viel Spaß dabei – und im nächsten Kapitel geht’s auch schon ran ans Programmieren.