HMD 222, 38. Jahrgang, Dezember 2001

Business Intelligence

Gestaltung einer datenintegrierenden Architektur für dispositive und operative Zwecke

Reinhard Jung

Zusammenfassung

Heute sind in nahezu allen größeren Unternehmen Data- Warehouse-Systeme verfügbar, die dispositive Daten für Business-Intelligence-Anwendungen bereitstellen. Parallel zu dieser positiven Entwicklung wird im operativen Bereich der Bedarf nach einer integrierten Datenbasis immer drängender. Die starke Bedeutung, die Konzepte wie Kundenbeziehungsmanagement, Business Networking usw. in Wissenschaft und Praxis heute einnehmen, sind Indizien für diesen Trend. Da Data-Warehouse-Systeme die (operativen) Unternehmensdaten häufig zunächst feingranular importieren, sind sie vordergründig betrachtet auch für die Versorgung von operativen Anwendungen geeignet. Allerdings bestehen technische Restriktionen, die eine solche Verwendung unzweckmäßig erscheinen lassen. Es besteht daher die Gefahr, dass Data-Warehouse-Architekturen aus pragmatischen Gründen kurzfristig für operative Zwecke "umfunktioniert" werden und in der Folge ihren eigentlichen Zweck nicht mehr erfüllen können. Der vorliegende Beitrag skizziert zunächst die technischen Eigenschaften eines Data-Warehouse-Systems mit besonderem Fokus auf den Eigenschaften der darin verfügbaren Daten. Anschließend wird eine Reihe von Merkmalen zur Unterscheidung von operativen und dispositiven Daten bzw. Anwendungen vorgestellt. Schließlich wird eine Datenarchitektur skizziert, die sowohl dispositive als auch operative Anwendungsformen unterstützen kann.

Inhaltsübersicht

  1. Einleitung
    1. Datenintegration auf Basis von Data-Warehouse-Systemen
    2. Datenintegrationstrends
  2. Auswirkungen des ETL-Prozesses auf die Eigenschaften der Daten im Data Warehouse
  3. Abgrenzung von dispositiven und operativen Daten
  4. Gestaltung einer datenintegrierenden Architektur
    1. Komponenten und Funktionen der Architektur
    2. Bewertung der Architektur
  5. Ausblick
  6. Literatur