HMD 225, 39. Jahrgang, Juni 2002

Enterprise Portale & Enterprise Application Integration

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Editorial

Erfolgreiche Unternehmen arbeiten zurzeit zielstrebig daran, die Geschäftsprozesse innerhalb und außerhalb des Unternehmens sowie die Beziehungen zu ihren Kunden, Zulieferern und Geschäftspartnern zu koordinieren und zu optimieren.

Neue Technologien auf Basis von offenen Web-Standards ermöglichen es, die Integration von unternehmensinternen Systemen und den Systemen der Partner zu verwirklichen. Dies geschieht auf der Ebene der Endbenutzerinteraktion mit Hilfe von Enterprise-Portal-Plattformen und bei der Anwendungsprozessintegration durch den Einsatz von Enterprise-Application-Integration-Werkzeugen. Enterprise- Portale und Enterprise Application Integration (EAI) entwickeln sich somit zunehmend zu integralen Bestandteilen moderner Systemarchitekturen.

Diese Integrationsinfrastrukturen ermöglichen es den Unternehmen, Web-Services über Application Server bereitzustellen, diese Web-Services dann über eine Application-Integration-Plattform zu Geschäftsprozessen für die unternehmensinterne als auch für die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit zu kombinieren und den Anwendern über eine browserbasierte Oberfläche der Portal-Plattform zugänglich zu machen. Die Portal-Plattform führt die einzelnen Komponenten für die Anwender zu einem einheitlichen System zusammen und bietet ihnen einen rollenbasierten Zugriff auf alle strukturierten als auch unstrukturierten Informationen und Anwendungen, die sie zur Erledigung ihrer Aufgaben benötigen, ohne die Quelle oder die Systemumgebung kennen zu müssen.

Mit dem vorliegenden Heft möchten wir Ihnen mit einer breiten Auswahl von Themen helfen, ein Verständnis für die Konzepte und Einsatzmöglichkeiten von Portal- und EAI-Plattformen zu entwickeln.

Den Anfang machen Schelp und Winter, die in ihrem Grundlagenbeitrag neben einer Begriffsbestimmung die verschiedenen Konzepte und das komplementäre Zusammenwirken von Portalen und EAI beschreiben. Außerdem werden Potenziale und einige Beispielszenarien für den praktischen Einsatz dargestellt.

Im zweiten Beitrag geht unser Gastherausgeber Popp auf die Portallösung der SAP AG ein. Er zeigt auf, wie eine Portal- Plattform durch die Bereitstellung von umfangreichen, nutzbringenden Inhalten zur Portallösung für Unternehmen wird.

Welsch, Dammers und Bauer präsentieren eine der marktführenden Portal-Plattformen, das IBM WebSphere Portal mit seinen umfangreichen Funktionen und einem Anwendungsbeispiel.

Mit welchen strategischen Fragen und potenziellen Risiken sich ein Unternehmen bei der Einführung einer Portallösung beschäftigen und welche technischen Anforderungen eine Portal-Plattform erfüllen muss, arbeitet Müller in seinem Beitrag am Beispiel des Firmenfinanzportals der Dresdner Bank heraus.

Mit dem Händlerportal bei Volkswagen zeigt Kirchmaier auf, wie Mitarbeiter unternehmensübergreifend mit Hilfe eines Portals aktiv mit allen wichtigen Informationen versorgt werden können und ein effizienter Kommunikationsfluss gewährleistet wird.

Im zweiten Teil des Heftes stellen Dangelmaier, Lessing, Pape und Rüther die Ebenen der Integration von EAI-Lösungen vor, klassifizieren die unterschiedlichen EAI-Architekturen und geben Kriterien für den Auswahlprozess bei der Entscheidung für einen EAI-Anbieter an die Hand.

Schmietendorf, Dimitrov, Lezius und Dumke befassen sich dann in ihrem Beitrag mit den Komponenten einer EAI-Architektur und arbeiten ein Vorgehensmodell zur Implementierung heraus.

Am Beispiel eines Integrationsprojektes der Deutschen Bank beschreibt Gröger, wie in einem realen EAI-Projekt in der Praxis vorgegangen wurde, um die zur Problemstellung passende EAI-Architektur zu entwickeln.

Im nächsten Beitrag berichtet Meyer über einen alternativen Ansatz zur Anwendungsintegration mit Hilfe eines sog. Control Brokers, der die i.d.R. bereits vorhandenen Werkzeuge einer IT-Systemlandschaft für die Integration nutzt.

Trapp und Otto stellen die Konsequenzen bezüglich Erfolg oder Misserfolg bei der Auswahl der richtigen IT-Integration im Falle von Fusionen und Unternehmenskäufen in den Mittelpunkt ihres Beitrages.

Anhand eines konkreten Projektes eines global operierenden Unternehmens der Markenartikelbranche arbeiten Schulze und Koller Theorie und Praxis bei der Vorgehensweise in EAI- Projekten heraus.

Wir hoffen, dass Sie wieder viele nützliche Hinweise und Anregungen finden, die Ihnen bei den anstehenden Portal- und EAI-Projekten in Ihrem Unternehmen weiterhelfen.