HMD 232, 40. Jahrgang, August 2003

Strategisches IT-Management

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Editorial

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten stehen viele Führungskräfte unter Dauerstress: Krisensitzungen über den negativen Geschäftsverlauf werden einberufen, absprungbereite Kunden müssen beruhigt und mit Lockangeboten bei der Stange gehalten werden, und die eigenen Mitarbeitenden wollen über Marktveränderungen und betriebliche Umstrukturierungen aufgeklärt sein. Die IT- Manager sind von dieser Hektik nicht ausgeschlossen, im Gegenteil! Qualitätsprobleme bei den IT-Dienstleistungen heizen die Nervosität an. Plötzlich müssen operative Anwendungen und Führungsinformationssysteme über Nacht angepasst werden. Laufende Projekte werden gestoppt oder auf das Machbare heruntergefahren. Das Informatikbudget ist sowieso zu hoch und wird halbiert.

Ist es nicht vermessen, ausgerechnet in Krisenzeiten ein HMD-Heft mit dem Schwerpunkt "Strategisches IT-Management" herauszugeben? Hätte das nicht früher auf die Liste der IT-Topthemen gehört? Hat die HMD-Herausgeberschaft die Marktentwicklung verschlafen?

Die Verantwortlichen der HMD haben in den letzten Jahren regelmäßig strategische Fragen in ihren Ausgaben behandelt. So erschien beispielsweise im Februar 2001 ein Heft unter dem Titel "Strategisches IT-Controlling", oder im Oktober 2002 konnten wir das Heft "Performance Measurement" herausgeben, das sich einer großen Nachfrage erfreute.

Uns ist nicht entgangen, dass strategische IT- Führungsfragen, Modelle zur IT-Governance (siehe z.B. CobiT und ITIL im Glossar resp. im Beitrag "Serviceorientierte Referenzmodelle des IT- Managements" von Hochstein/ Hunziker) oder Fragen der Systemarchitekturen (Beitrag Foegen), der Qualitätssicherung (Wolle/Müller) und der Systemsicherheit (Nägeli) topaktuell sind und in vielen Führungsetagen diskutiert werden. So haben wir uns entschlossen, unserem Anspruch an Aktualität und Relevanz der Themenwahl treu zu bleiben und ein eigenes Heft zum strategischen IT- Management herauszugeben.

Es ist uns gelungen, für dieses Thema zwei ausgewiesene Kenner der Szene als Gast-Herausgeber zu gewinnen. Seit Jahren arbeiten Walter Brenner und Rüdiger Zarnekow von der Universität St. Gallen auf diesem Gebiet und haben interessante Kooperationsprojekte mit der Praxis vorzuweisen. Sie wirkten an der Konzeption des Heftes aktiv mit und erläutern mit ihrem Überblicksbeitrag den Weg zur Produkt- und Serviceorientierung im IT-Bereich.

Wer ist berechtigter über IT-Governance zu sprechen als ein CIO? Helmut H. Grohmann von der Deutschen Bahn AG wagt, die wesentlichen Elemente der IT-Governance zu erklären, und illustriert sie an konkreten Anschauungsbeispielen aus seinem Verantwortungsbereich. Weitere Erfahrungsberichte zur strategischen Informatikplanung (Brunner et al.), zur Entwicklung von E- Business-Strategien (Heinrich/Thonabauer) und zur Leistungsverrechnung (Scheeg/Pilgram) runden den Schwerpunkt ab.

Der IT-Manager auf dem Cartoon von Norman Zey rotiert ganz schön. Die Uhr zeigt drei vor zwölf. Der Rechner meldet Fehlanzeige. Noch bleibt Zeit zum Umdenken! Studieren Sie dieses Heft eingehend, übernehmen Sie die für Sie wichtigen Methoden und Lösungsansätze, überzeugen Sie Ihre Vorgesetzten, entwickeln Sie Ihr strategisches IT- Managementkonzept und starten Sie mit Ruhe und Geduld die Umsetzung.

Weniger Stress und viel Erfolg wünscht Ihnen

Andreas Meier