HMD 238, 41. Jahrgang, August 2004

Open-Source-Software

Free and Open Source Software: Einfluss auf ICT-Entwicklungsstrategien

Achim P. Karduck

Zusammenfassung

"Free and Open Source Software" (FOSS) verändert zusehends die Bedingungen, wie Software entwickelt, verteilt und genutzt wird. Frühe Beispiele von FOSS sind das Betriebssystem GNU/Linux oder der Apache Webserver. Mittlerweile decken FOSS-Projekte vielfältige Softwareanwendungsbereiche ab, beispielsweise mit Zope/Plone oder Typo3 im Bereich Content-Management- Systeme (CMS), mit PHProjekt und Chandler im Bereich Groupware und mit Eclipse im Bereich Software Engineering in der Informatikausbildung.

Die FOSS-Entwicklung führt zu neuen Rahmenbedingungen für ICT-Entwicklungsstrategien (Information and Communication Technologies) in den Bereichen Ausbildung, Industrie und staatlichen Institutionen. Die Vereinten Nationen stützen sich aktuell in den Bereichen Ausbildung und "E-Commerce and Development" (United Nations Conference on Trade and Development, UNCTAD) auf die FOSS-Entwicklung, ebenso die Europäische Union z.B. mit dem F/LOSS-Projekt der Universität Maastricht. Aufstrebende ICT-Regionen wie China messen FLOSS in den Bereichen Ausbildung, landesspezifisch adaptierte IT-Infrastrukturen sowie für das IT-Outsourcing große Bedeutung zu.

Im Artikel erfolgt eine Positionierung und aktuelle Entwicklungen von FOSS gegenüber kommerzieller Software sowie die Einschätzung der Potenziale von FOSS für die Bereiche Ausbildung, Industrie und staatliche/öffentliche Institutionen werden dargestellt.

Inhaltsübersicht

  1. Einleitung
  2. Open Source versus Free Software
    1. FOSS und Marktentwicklung
    2. Open-Source-Initiative versus Free Software Foundation
  3. Kommerzielle Relevanz von Open-Source-Software
    1. IT-Industrie und FOSS
    2. Open-Source-Schichtenmodell
  4. Software-Engineering-Ausbildung
    1. Open-Source-Entwicklungsplattform Eclipse
    2. Eclipse und Open Source in der Ausbildung
  5. FOSS in "Developing Countries"
    1. GPO-bereinigte Lizenzkosten
    2. Ausbildung und Know-how-Transfer
  6. Ausblick
  7. Literatur