HMD 247, 43. Jahrgang, Februar 2006

Business & Competitive Intelligence

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Editorial

Nach einer bisher im Wesentlichen zutreffenden Prognose wächst der deutsche Markt für Business und Competitive Intelligence (BI) zwischen 2004 und 2007 um 16% p.a. Die Computerwoche hat als vorrangige Prioritäten von CIOs für 2005 ermittelt:

  1. Projekte, die dem Unternehmen Wachstum ermöglichen,
  2. Geschäfts- mit IT-Plänen und -Strategien verbinden,
  3. Wert der IT für das Business verdeutlichen,

alles Absichten, zu denen BI beitragen kann. Laut Gartner werden die Unternehmen ihr BI-Personal bis 2008 verdreifachen, um die anstehenden BI-Projekte termingerecht und erfolgreich zu bewältigen. Sicher sind Ihnen weitere Quellen geläufig, die die steigende Bedeutung von BI hervorheben? Ebenso wahrscheinlich ist, dass Sie in Ihrem Arbeits- oder Forschungsumfeld BI- Projekte kennen oder sogar selbst daran arbeiten. Auf den BI-Sektor jedenfalls trifft Carrs These "IT doesn't matter" keineswegs zu

Es passt zur IT-Dynamik, dass der Begriff "Business Intelligence" wenig über 10 Jahre alt ist: Geprägt von Gartner, aufgegriffen zuerst von Anbietern und demzufolge zunächst als "Modewort" kritisch beäugt. Heute verstehen wir darunter einen integrierten, unternehmensspezifischen, IT-basierten Gesamtansatz zur betrieblichen Managementunterstützung. Vor diesem Hintergrund bildet BI die Fortführung der seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts angestrebten Unterstützung des Managements durch IT-Technologie. Was davor war, können Sie nachlesen: Das HMD-Heft 138 widmete sich 1987 dem Thema "Computerunterstützung für das Management" und zeigte u.a. die Entwicklung von den (angesichts des damaligen technischen und organisatorischen IT-Stands) nicht erfolgreichen Management-Informations-Systemen ("MIS- Euphorie") der 70er Jahre über Decision-Support-Systeme (DSS / EUS) zu fortgeschritteneren Formen des Management Supports (MSS) auf. Ein erstes HMD-Heft zu BI gab es mit HMD 222 im Jahr 2001. Und seither ist die Entwicklung weiter fortgeschritten.

Auch die Notwendigkeit, BI zu betreiben, ist gestiegen. Dazu tragen die Situation der Weltwirtschaft mit ihren Globalisierungsanforderungen ebenso bei wie die steigende Menge potenziell relevanter Daten. Die Integration von Basisdatensystemen und die Einbindung externer Daten sind einfacher geworden, BI wird durch mächtige Werkzeuge unterstützt. Entscheidend sind dabei die unternehmensspezifische Auswahl, Anpassung und Umsetzung von BI-Projekten, wenn diese Erfolg und Wachstum des Unternehmens steigern sollen.

HMD 247 will Ihnen Anregungen zu Ihren eigenen BI-Lösungen geben. Wesentlich dazu beigetragen haben mit ihrem profunden Fachwissen und ihren Kontakten die beiden Gastherausgeber von der Universität Stuttgart, Prof. Dr. Hans-Georg Kemper und Dr. Henning Baars. Ihnen ist die HMD-Schriftleiterin zu großem Dank verpflichtet.

Viel Erfolg für Ihre BI-Initiativen - Sie brauchen ja nicht gleich unserem Cartoon folgend 20 Millionen anzusteuern, 10 Prozent davon wären fürs erste auch was?

Heidi Heilmann