HMD 249, 43. Jahrgang, Juni 2006

Product Lifecycle Management

Prozessorientiertes Produktdatenmanagement: Der P2DM-Ansatz in der Praxis

Thilo Jania

Zusammenfassung

Der Ansatz des prozessorientierten Produktdatenmanagements (P2DM) liefert eine standardisierte und praktisch umsetzbare Vorgehensweise, die hilft, Produktdatenmanagementprozesse und -systeme nutzenorientiert einzuführen. Grundphilosophie des prozessorientierten Produktdatenmanagements sind dabei die übergreifende Anwendung der PDM-Funktionalität entlang des Produktenstehungsprozesses und die Integration von relevanten Prozess- und Ressourcendaten. P2DM bezeichnet dies als horizontale und vertikale Prozessintegration.

Das P2DM-Vorgehen teilt sich in die 3 Hauptschritte "Prozesstransparenz und -akzeptanz", "Organisationstransparenz und -akzeptanz" und "Maßgeschneiderte IT-Unterstützung", die jeweils wieder spezifische Einzelmethoden beinhalten und in dem vorliegenden Beitrag kurz vorgestellt werden. Die Hauptzielrichtung ist es, über Transparenz und Anwenderakzeptanz den Nutzen der gewählten PDM-Lösung nachhaltig sicherzustellen. Des Weiteren wird die spezifische Einzelmethode des Pull-back-Prinzips für die Prozess- und Systemanalyse vor dem Hintergrund eines konkreten Projektszenarios vorgestellt. Bei dem Pull-back-Prinzip handelt es sich um einen Ansatz, der die konsequente Ausrichtung der Prozesse an einem identifizierten Kernprozess (z. B. dem Produktentstehungsprozess) garantiert, indem er bei jedem Prozessschritt die Frage stellt, inwieweit dieser den Kernprozess unterstützt. In einem zweiten beispielhaften Projektszenario werden dann für den Schritt der "Organisationstransparenz/-akzeptanz" zwei weitere Einzelmethoden, das Organisationshandbuch und das Planspiel zum Problemlösen bei verteilten Informationen, erklärt.

Inhaltsübersicht

  1. Ausgangssituation und Problemstellung
  2. Kurzvorstellung der P2DM-Systematik
    1. Schritt 1: Prozesstransparenz und -akzeptanz
    2. Schritt 2: Organisationstransparenz und -akzeptanz
    3. Schritt 3: Maßgeschneiderte IT-Unterstützung
  3. Umsetzungsbeispiele aus der Praxis
    1. Umsetzungsbeispiel "Nutzung von PDM-Funktionalitäten unter Berücksichtigung der bestehenden Systemwelt"
    2. Umsetzungsbeispiel "Akzeptanzerhöhung bestehender Prozesse"
  4. Literatur