HMD 250, 43. Jahrgang, August 2006

IT-Governance

Moden und Nachhaltigkeit in der Wirtschaftsinformatik

Peter Mertens

Zusammenfassung

Ähnlich wie in der Energiewirtschaft und im Umweltschutz müssen sich Informatik und Wirtschaftsinformatik darauf einstellen, dass das bisherige exponentielle Wachstum nicht von Dauer sein kann. Dafür sprechen u.a. die physikalischen Grenzen der Halbleitertechnik und das Ausbleiben eines Technologiesprunges, der dem Übergang von der Bipolar- zur CMOS-Technik Anfang der siebziger Jahre vergleichbar wäre.

Die bisher erreichten Fortschritte bei den Anwendungssystemen dürften unumkehrbar sein, Rückschläge bei Dispositionssystemen sollten überwunden werden, die weitere Differenzierung muss in Richtung auf Branchen und Betriebstypen gehen. Hierzu sind Erfolg versprechende Entwicklungen, z.B. SOA (Service-Oriented Architecture), im Gang.

Nach wie vor leidet die Wirtschaftsinformatik unter zahlreichen unreflektierten Modeströmungen, die interessierte Kreise z.T. hinter einer undisziplinierten, affektierten Sprache zu verbergen suchen. Ein Ausweg könnte sein, ohne Rücksicht auf Moden und Zeitgeist konsequent einem Langfristziel "Vollautomation" entgegenzuarbeiten. Über der Zeitachse erkennt man interessante Weiterentwicklungen von Systemen in diese Richtung.

Inhaltsübersicht

  1. Nachhaltigkeit
  2. Übertriebene Modeerscheinungen in der IT
  3. Moden und Nachhaltigkeit des Faches Wirtschaftsinformatik
  4. Leitbild und konkrete Utopie als Hilfe?
  5. Literatur