HMD 251, 43. Jahrgang, Oktober 2006

eHealth

Vernetzungsfähigkeit im Gesundheitswesen - Notwendigkeit, Bewertung und systematische Entwicklung als Voraussetzung zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit administrativer Prozesse

Anke Gericke, Peter Rohner, Robert Winter

Zusammenfassung

Das Gesundheitswesen ist durch eine geringe Arbeitsteilung und jährlich steigende Kosten geprägt. Zur Steigerung von Effektivität und Effizienz haben andere Branchen eine hohe Arbeitsteilung und ausgeprägte Vernetzung realisiert, insbesondere durch den Einsatz von IT-Mitteln. Im Gesundheitswesen geht die Vernetzung jedoch nur sehr langsam und nicht auf breiter Front voran. Vernetzungsansätze auf technischer Ebene oder zur Prozessoptimierung existieren bereits, aber ganzheitliche Ansätze fehlen. In diesem Artikel wird zuerst ein generisches, ganzheitliches Framework zur Gestaltung von vernetzten Strukturen vorgestellt. Danach wird das Konzept der Vernetzungsfähigkeit - der Eigenschaft, sich rasch und bei geringen Rüstkosten durch m:n-Beziehungen mit Partnern vernetzen zu können - eingeführt. Zur Bewertung der Vernetzungsfähigkeit wird ein Reifegradmodell skizziert, das auf der Definition von Entwicklungsstufen für bestimmte Gestaltungsobjekte basiert. Aufbauend auf diesen Grundlagen erfolgt die Adaption des vorgestellten Frameworks auf das Gesundheitswesen, wobei das Framework um gesundheitsspezifische Aspekte erweitert wird. Danach wird das Konzept der Vernetzungsfähigkeit auf das Gesundheitswesen übertragen. Hierzu wurde mit unterschiedlichen Akteuren des Gesundheitswesens ein explorativer Workshop durchgeführt, um die wesentlichen Gestaltungsobjekte der Vernetzungsfähigkeit zu identifizieren. Der Artikel schließt mit der Beschreibung des Vorgehens zur Validierung der gewonnenen Erkenntnisse und deren Weiterentwicklung.

Inhaltsübersicht

  1. Einleitung
  2. IT als Enabler der Transformation des Gesundheitswesens
  3. Generisches Konzept für die ganzheitliche Gestaltung vernetzter Strukturen
  4. Bewertung und systematische Entwicklung der Vernetzungsfähigkeit
  5. Adaption des Business-Engineering-Frameworks auf das Gesundheitswesen
  6. Hypothese über die Gestaltungsobjekte der Vernetzungsfähigkeit im Gesundheitswesen
  7. Zusammenfassung und Ausblick
  8. Literatur