HMD 251, 43. Jahrgang, Oktober 2006

eHealth

Softwareagenten in der Krankenhaus-logistik - ein Ansatz zur effizienten Ressourcenallokation

Christoph Niemann, Torsten Eymann

Zusammenfassung

Unter wachsendem Kostendruck gewinnt in Krankenhäusern der effiziente Einsatz aller verfügbaren Ressourcen stetig an Bedeutung. Eine technische Möglichkeit zur Optimierung des Ressourceneinsatzes in Klinikumgebungen bieten Softwareagenten, die Informationen einer verteilten, allgegenwärtigen Sensorik aufnehmen und verarbeiten. Änderungen in der physischen Welt ziehen automatisch Änderungen in der logischen Welt nach sich und verhindern so Inkonsistenzen. Dieser Artikel stellt das Projekt EMIKA (echtzeitgestützte mobile Informationssysteme in Krankenhaus-Anwendungen) vor, das die Terminplanung in Krankenhäusern in Echtzeit unterstützen soll. So lässt sich die Auslastung kostspieliger Ressourcen in einer Klinik verbessern, indem unnötige Leerlaufzeiten vermieden werden. Die technischen Visionen des Ubiquitous Computing und der Softwareagenten treffen damit auf eine klinische Anwendungsumgebung, die ihren eigenen wirtschaftlichen und medizinischen Gesetzmäßigkeiten unterliegt. Das Artefakt bietet damit eine Möglichkeit, die technischen Visionen zu diskutieren und Chancen, Potenziale, Risiken und Schwächen der Technologieentwicklung an einem konkreten Beispiel zu beleuchten.

Inhaltsübersicht

  1. Einleitung
  2. Mobilität in Krankenhäusern
    1. RFID zur Gewinnung von Kontextinformation
    2. Architektur des EMIKA-Systems
  3. Softwareagenten zur Unterstützung der Krankenhauslogistik
    1. Agenten auf stationären Endgeräten
    2. Agenten auf mobilen Endgeräten
    3. Marktbasierte Verhandlungen zur Terminplanung
      1. Budget der Verbraucher
      2. Preis der Anbieter
      3. Verhandlung zwischen den Agenten
  4. Evaluationskriterien
    1. Durchlaufzeit als Zielgröße
    2. Auslastung der Ressourcen als Zielgröße
  5. Diskussion und Ausblick
  6. Literatur