HMD 251, 43. Jahrgang, Oktober 2006

eHealth

Softwareagenten für die Überwindung von Medienbrüchen bei der Patientenversorgung - ein Fallbeispiel aus dem Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München

Andreas Schweiger, Jan Marco Leimeister, Jörg Niggemann, Hubertus Feußner, Helmut Krcmar

Zusammenfassung

Das Gesundheitswesen und insbesondere auch Krankenhäuser zeichnen sich durch hohe Verteilung und Heterogenität entlang der Phasen Prävention, Früherkennung, Behandlung und Nachsorge aus. Damit verbunden ist der Einsatz unterschiedlicher Medien und heterogener Informationssysteme. Potenziell fehlerbehaftete Datentransfers sowie zusätzlich erforderlicher Arbeitsaufwand, die zum Verlust von Behandlungsqualität und Arbeitsineffizienz beitragen können, sind die Folge. Der Beitrag verdeutlicht, wie Softwareagenten für die Überwindung von Medienbrüchen bei der Patientenversorgung eingesetzt werden können. Nach einer Einführung in die Möglichkeiten von Softwareagenten und deren Kombination mit mobilen Endgeräten wird auf einen implementierten agentenbasierten Lösungsvorschlag für einen ausgewählten Behandlungsprozess im Klinikum rechts der Isar in München eingegangen. Die Ergebnisse verdeutlichen die grundsätzliche Eignung von Softwareagenten zur Überwindung von Medienbrüchen bei der Patientenversorgung, was wiederum zur Steigerung der Behandlungsqualität und Senkung der Behandlungskosten führen kann. Abschließend werden Chancen und Risiken von Agenten für die Optimierung der Informationslogistik im Gesundheitswesen aufgezeigt und ein Ausblick auf nächste Forschungsarbeiten gegeben.

Inhaltsübersicht

  1. Informationslogistik und Medienbrüche im Gesundheitswesen
  2. Lösungsansätze
    1. Auf dem Weg zur Vision "Seamless Healthcare"
    2. Einsatzpotenziale für Softwareagenten
    3. Einsatzpotenziale für mobile Endgeräte
  3. Agentenbasierte Lösung für die institutionen- und akteursübergreifende Behandlungsunterstützung
    1. Fachkonzept
    2. Implementierung
    3. Schnittstellen zu den Informationssystemen
    4. Erste Erfahrungen und Nutzenbewertung
  4. Zusammenfassung und Ausblick
    1. Chancen und Risiken
    2. Notwendige zukünftige Forschungsarbeiten
  5. Literatur