HMD 255, 44. Jahrgang, Juni 2007

Web 2.0

Herausgeber: Astrid Beck, Michael Mörike, Heinz Sauerburger

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Editorial

Web 2.0 ist der derzeitige Hype. Alle reden davon, einige stürmen voran, viele möchten gerne mitmachen. Zunächst war es eine reine Marketingidee von Tim O'Reilly, und nun scheint es die Revolution im Netz zu werden...

Nachdem wir Ende 2006 das Thema schon einmal in der HMD 252 unter dem Titel "Social Software" behandelt haben, möchten wir mit diesem Heft die neueren Entwicklungen aufgreifen und dabei nicht nur die soziale und die wirtschaftliche, sondern auch die technische Seite etwas genauer ansehen: Andy Bosch erläutert Ajax; Christoph Schroth und Lars Kirchhoff vergleichen Web 2.0 mit SOA (serviceorientierte Architekturen), einem weiteren Hype unserer Zeit.

Die Konsumenten werden zu aktiven Gestaltern im Web. Da fragen sich viele Firmen: Wie können wir das für unser Geschäft nutzen? Wie können wir mitmachen? Welche Geschäftsmodelle neue Wertschöpfung versprechen, haben Bohl, Manouchehri und Winand zusammengestellt.

Wir hören von riesigen Summen, wenn Firmen verkauft werden, die aus Web 2.0-Ideen geboren wurden; aber wir hören auch von den ersten durchaus bitteren Erfahrungen. Was ist dran? Wie kommen diese Erfahrungen zustande? Wie viel Frust müssen die Early Adopters tolerieren?

Will man im Netz mit vielen unbekannten Teilnehmern in offene Kommunikation treten und will man weiterhin vermeiden, dass - wie leider in manchen Foren üblich - die Teilnehmer nur Belangloses einbringen oder Frust ablassen, muss man dafür sorgen, dass der Anstand sich durchsetzt. Am besten sind Regelkreise, die selbstregelnd dafür sorgen, dass Unsinniges möglichst durch die Nutzer selbst wieder verschwindet, wenn es einmal eingebracht ist. Zum Beispiel denken wir an Wikipedia, wo schlechte Beschreibungen meist in kurzer Zeit wieder durch bessere ersetzt werden. Solche Regelkreise sind für qualitativ hochstehende Web 2.0-Angebote dauerhaft wichtig. Wir haben daher versucht, dies zum Thema zu machen. Wie sollen solche Regelkreise organisiert sein? Wie die Spielregeln auf den Websites gemacht sein müssen, um solche Regelkreise mit positiver Rückkopplung zu gestalten, schildert der Beitrag von Jürgen Karla.

Wie muss das Projektmanagement auf die neuen Herausforderungen des Web 2.0 reagieren? Kann man überhaupt noch von geordneter Entwicklung sprechen, wenn die Teilnehmer durch die Nutzung von Mashups unbekannt - oder müssen wir besser sagen - unberechenbar sind? Katarina Stanoevska-Slabeva und ihre Koautoren haben die erforderlichen Änderungen gegenüber dem klassischen Projektmanagement zusammengetragen.

Im einführenden Artikel fasst unsere diesmalige Gastherausgeberin Astrid Beck den aktuellen Stand zusammen, wobei sie vor allem die neuen Begriffe mit eindrucksvollen Beispielen unterlegt, die zeigen, dass mit Web 2.0 ein wesentlicher Teil der Initiative von den Nutzern ausgeht.

Wir hoffen, mit einem interessanten Heft unsere Leser zur Initiative anregen zu können, selbst erste mutige Schritte im Web 2.0 zu wagen.

Astrid Beck Michael Mörike Heinz Sauerburger