HMD 257, 44. Jahrgang, Oktober 2007

IT-Integration & Migration

Herausgeber: Knut Hildebrand

Modellgetriebene Integration und Migration - vom Fachprozess zur ausführbaren Anwendung

Heinrich Seidlmeier, Gabriele Scherfler

Zusammenfassung

Die möglichst automatisierte Umsetzung von fachlichen Prozessen in ausführbare DV-technische Prozesse ist ein aktuelles Thema für das Geschäftsprozessmanagement - und in hohem Maße auch relevant für Migrations- und Integrationsaktivitäten in Unternehmen. Dieser Beitrag geht mit engem Bezug zu einem realen prototypischen Anwendungsbeispiel auf diese Aspekte praxisorientiert ein. Es wird zunächst allgemein gezeigt, wie Fachprozesse, dargestellt als ereignisgesteuerte Prozessketten (EPK), mittels BPEL (Business Process Execution Language) in lauffähige Prozesse transformiert werden können. Danach folgt die Darstellung eines projekterprobten Vorgehensmodells, das den gesamten Ablauf vom Prozessdesign zur Prozessausführung abdeckt. Die dabei zu durchlaufenden Phasen werden an einem Beispielprozess erläutert. Die Verwendung und das Zusammenspiel der eingesetzten Softwarewerkzeuge (ARIS und der Microsoft BizTalk Server) werden hervorgehoben und die zentrale Rolle von BPEL verdeutlicht. Auch dieses Projektbeispiel zeigt insgesamt, dass trotz eini-ger "Reibungen" die Prozesswelten "Design" und "Implementierung" immer mehr zusammenwachsen.

Inhaltsübersicht

  1. Kurzüberblick zum Projekt "Patienten-Transport-Logistik (PTL)"
  2. Übersicht PTL-Prozesse: Von der Notfallmeldung bis zur -abrechnung
  3. Migrations- und Integrationsbedarf im Projekt PTL
    1. Automatisierungspotenziale von Prozessschritten
    2. Kopplung von Anwendungssystemen
  4. Umsetzung von Fachprozessen in ausführbare Prozesse mit BPEL
    1. Modellierung von Fachprozessen mit EPK
    2. Modellierung von ausführbaren Prozessen mit BPEL
    3. Transformation von EPK in BPEL
  5. Praxisbeispiel: Prototypische Abrechnung des Wasserrettungseinsatzes in PTL
    1. Kurzvorstellung des Abrechnungsprozesses und der Optimierungsmöglichkeiten
    2. Vorgehensmodell zur Prozessimplementierung mit ARIS und BizTalk
    3. Design mit ARIS
    4. Vorbereitende Implementierung mit ARIS
    5. Abschließende Implementierung mit BizTalk
    6. Vom Prototyp zur realen Anwendung
    7. Fazit: Nutzen und Grenzen
  6. Literatur