HMD 259, 45. Jahrgang, Februar 2008

Customer & Supplier Relationship Management

Herausgeber: Stefan Koch, Susanne Strahringer

Qualifizierung von Lieferanten über E-Learning - ein Pilotprojekt der Daimler AG

Bernd Simon, Ralph Ostertag, Roland Machal, Philip Weihs

Zusammenfassung

In der Wertschöpfungskette der Automobilindustrie nimmt das Beziehungsmanagement zu Lieferantenbetrieben eine zentrale Stellung ein. Um die Zusammenarbeit und Koordination zwischen Automobilhersteller und Lieferanten - insbesondere die Informationslogistik - weiter zu optimieren, gilt es, auch den Transfer von Prozess- und Werkzeugwissen effektiv und kostengünstig zu organisieren. Das Berücksichtigen von didaktischen Konzepten bei der Gestaltung von Informations- und Lernportalen gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung.

Der Beitrag beschreibt eine Fallstudie, in deren Rahmen eine skalierbare, elektronische Lernplattform für das Qualifizierungsmanagement implementiert wurde, um die Kommunikation zwischen einem Automobilhersteller und den Mitarbeitern von weltweit mehreren Tausend Lieferanten effektiver zu gestalten. Die über dieses Pilotprojekt abgewickelten Schulungen vermitteln Kenntnisse über das internetbasierte Supply-Chain-Management-System, das eine Schlüsselstellung im Beschaffungsprozess einnimmt. Mit der Lernplattform kann der Produzent die Qualifizierung seiner Lieferanten sicherstellen und entsprechend steuern. Dies wirkt sich - bei gleichzeitiger Kostenersparnis durch die Reduktion von Vorortschulungen und Flexibilisierung des Lernangebots - wiederum positiv auf die Qualität der Lieferanten-Produzenten-Beziehung aus.

Inhaltsübersicht

  1. Supply Chain Management und Supplier Relationship Management
  2. Informationslogistik erfordert Prozess- und Werkzeugwissen
  3. Vom Informationsbedarf zum Qualifizierungsmanagement
  4. Fallstudie: Wie Daimler seine Lieferanten mit geschäftsrelevantem Wissen versorgt
  5. Vermittlung von Prozess- und Werkzeugwissen über E-Learning
  6. Wissensvermittlung unterstützt durch Open-Source-Software
  7. Nutzen, Nutzung und Erfahrungen des Pilotprojekts
  8. Literatur