HMD 259, 45. Jahrgang, Februar 2008

Customer & Supplier Relationship Management

Herausgeber: Stefan Koch, Susanne Strahringer

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Editorial

Die Beschäftigung mit zwei Themen - Customer & Supplier Relationship Management (CRM, SRM) -, die wir jeweils separat vor 5 und 6 Jahren behandelt hatten, nun in einem gemeinsamen Heft - was wollen wir damit bezwecken? Es ist die Suche nach der Antwort auf die Frage, ob die begrifflich so stark aneinander angelehnten Themen tatsächlich so viele Parallelen aufweisen, wie die Termini zu suggerieren vermögen. Unser Grundlagenbeitrag versucht dieser Fragestellung auf Basis des gemeinsamen Konzeptes "Beziehungsmanagement" nachzugehen. Auch wenn sich deutliche Ähnlichkeiten z.B. im Bereich der B2B-Beziehungen identifizieren lassen, ist und bleibt der Befund des Beitrags und des Heftes, dass die Themen in inhaltlicher Hinsicht, aber auch was ihre Reife und den Entwicklungsstand angeht, eine deutliche Eigenständigkeit bewahrt haben. Unser Grundlagenbeitrag wird diesem Phänomen dadurch gerecht, dass er neben der Herausarbeitung von Parallelen durchaus auch versucht, die beiden Themen in dieser ihnen immanenten Eigenständigkeit zu behandeln. Aber auch unser Heft als Ganzes - im Ergebnis und durch seinen Entstehungsprozess - bestätigt diesen Befund. So wenig, wie wir in der Praxis Projekte identifizieren konnten, in denen beide Konzepte in einer gewissen Abhängigkeit voneinander behandelt wurden, so wenig ließen sich Forschergruppen ausfindig machen, die in beiden Themenbereichen integrativ aktiv sind.

Vielleicht müssen wir uns einfach damit abfinden, dass die inhaltlichen Unterschiede doch so groß sind, dass es nichts voneinander zu lernen gibt. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass der Entwicklungsstand der Themen und die Reife ihrer Umsetzung in der Praxis zu weit auseinanderklaffen. Wäre das der Fall, dann könnte man durchaus voneinander profitieren. Nach der Arbeit an diesem Heft plädieren wir für Letzteres, was Sie, liebe Leserinnen und Leser, auch an den Beiträgen in diesem Heft verspüren werden. Geht es im CRM um die Erhebung von jahrelangen Erfahrungen in der betrieblichen Praxis in der Breite, um den Einsatz ausgefeilter Portfoliokonzepte, die Nutzung von Erfahrungswissen in Form von branchenspezifischen Referenzmodellen und die Auslagerung standardisierter CRM-Prozesse, so behandeln unsere SRM-Beiträge Einzelfallstudien und grundlegende Fragestellungen integrativer IT-Unterstützung. CRM-Forscher und Praktiker scheinen diese Themen schon vor einigen Jahren hinter sich gelassen zu haben, der SRM-Bereich hingegen wirkt fortwährend so, als stünde er in den Startlöchern, seit fünf Jahren darauf wartend, dass es endlich losgeht. Unser Fazit daraus ist: Die CRM- Protagonisten haben - nachdem vermutlich schon der zweite CRM-Hype hinter ihnen und der dritte vielleicht schon vor ihnen liegt - zu einer vorbildlichen Ausgewogenheit und Verzahnung betriebswirtschaftlicher Konzepte mit den eher aus der Wirtschaftsinformatik getriebenen Fragen nach Umsetzbarkeit und konkreter Ausgestaltung gefunden. Im SRM scheint es noch zwei Parallelwelten - die der reinen Betriebswirte und die der Wirtschaftsinformatiker - zu geben. Vielleicht kann unser Heft ein Anstoß sein, es diesbezüglich den CRM-Kollegen nachzumachen. In dieser Hinsicht wünschen wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ein wenig Inspiration beim Lesen dieses Heftes und natürlich auch viel Spaß bei der Lektüre

Stefan Koch Susanne Strahringer