HMD 259, 45. Jahrgang, Februar 2008

Customer & Supplier Relationship Management

Herausgeber: Stefan Koch, Susanne Strahringer

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Einwurf

von Michael Merz

Vom großen Glück, "Managed Supplier" zu sein ...

An CRM-Systeme haben wir uns ja gewöhnt. Ständig müssen wir den Umweg übers CRM gehen, wenn wir erfahren, dass ein Mitarbeiter unseres Kunden mal wieder eine neue Durchwahl hat oder gleich ganz den Kunden gewechselt hat oder der Kunde den Mitarbeiter oder ein Kunde den anderen Kunden absorbiert hat. Dafür können wir mit maximaler Präzision den Kunden vertrieblich sezieren: Er bekommt Geburtstagspost, ein seinem Sozialindex angemessenes Anschreiben und wir schließen ihn in die eine oder andere Vertriebskampagne ein, weil er z.B. gerade seinen Wohnort gewechselt hat.
Der Kunde dankt es dann durch einen herzlichen Empfang unseres neuesten E-Mail-Rundschreibens, unserer immer wieder gerne im Postfach vorgefundenen Weihnachtsrabattaktion, oder der gemeinsame Kunde erhält - wenn einer unserer Vertriebsmitarbeiter zu einem Wettbewerber wechselt - die abwechslungsreiche E-Mail freundlicherweise gleich von mehreren Seiten. Zudem kann er sich stets seines persönlichen Status vergewissern, indem er ihn aus der Tonalität unseres Anschreibens ableitet: Aus "Nicht vergessen: In 7 Tagen ist Fälligkeitstag" wird dann über die Zeit: "Sehr geehrter Herr Mustermann, wir möchten Ihnen gerne unseren neuen Fluxx-Generator im Rahmen einer kleinen Feierlichkeit in Marbella vorstellen"...

Nun liegt jedoch die eigentliche Würze einer wissenschaftlichen Annäherung an dieses Thema in der Anwendung der überall präsenten kosmischen Symmetrie! Denn fast alles ist symmetrisch: Elementarteilchen, Flugzeuge, eine Internetverbindung und damit auch die Verteilung von Rollen bei der B2B-Integration entlang der Supply Chain. So entstand in einer produktiven Nacht cleverer Marketingstrategen eines innovativen Beratungsunternehmens der Begriff des Supplier Relationship Management. Nun mögen die meisten Unternehmen eher mehr Customer als Supplier haben (eine Wurzel aller Wertschöpfung ist ja der Mensch - und der ist Mitarbeiter, nicht Lieferant). Dennoch gibt es genug Potenzial, das Supplier Relationship Management systematischer anzugehen und in Software zu gießen. Hier einige Ideen, wie der geneigte Supplier mithilfe der "Mass-Customization" durchs Jahr begleitet werden kann:

Herrlich! Genial! Nur durch das Wechseln von "Customer" zu "Supplier" öffnet allein der neue Begriff bereits Schleusentore für unendlich viele neue Geschäftsideen. Ich bin dann mal weg und gründe mein nächstes Start-up ...

Dr. Michael Merz Ponton Consulting GmbH Dorotheenstr. 60 22301 Hamburg merz@ponton-consulting.de www.ponton-consulting.de