HMD 260, 45. Jahrgang, April 2008

IT-Projektmanagement im Wandel

Herausgeber: Karsten Hoffmann, Michael Mörike

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Editorial

Ohne Anknüpfung an die Darstellungen des Vetruvius, der bereits im Jahre 40 vor unserer Zeitrechnung wesentliche Elemente des Projektmanagements beschreibt, wurde in der Neuzeit Projektmanagement im Umfeld des Maschinenbaus entwickelt. Einen deutlichen Schub erhielt es vor allem durch den Flugzeugbau im 20. Jahrhundert. Mit dem Aufkommen von Computern und der dafür erforderlichen Entwicklung von Software wurde der Versuch unternommen, die dort gemachten Erfahrungen auch auf die IT zu übertragen. Das ist bis heute leider nur mit eingeschränktem Erfolg gelungen.

Erst in den letzten Jahren wurde versucht, aus den inzwischen in der Softwareentwicklung gewonnenen (guten und schlechten) Erfahrungen ein der IT angepasstes Projektmanagement zu entwickeln. Dabei wird immer deutlicher, dass wegen der andersartigen Materie "Software" auch ein anderes oder wenigstens ein daran angepasstes Projektmanagement erforderlich ist. Das liegt zweifellos daran, dass es sich bei der Entwicklung von Software nicht um eine Art von Produktion handelt, sondern um ständiges kreatives Schaffen - entwickeln und erproben, überprüfen lassen, rückkoppeln und lernen - ein Erfinden eben, das hauptsächlich durch Motivation der Mitarbeiter, nicht aber durch reines Planen gesteuert werden kann.

In den letzten Jahren hat daher das IT-Projektmanagement einen deutlichen Wandel erfahren, den wir hier im Heft beschreiben wollen.

Die Ansätze sind vielfach: Da man mit reinem Planen nicht auskommt, sondern sich mit Versuch, Irrtum und Lernen und sich permanent ändernden Gegebenheiten auseinanderzusetzen hat, muss man flexibel - agil eben - reagieren. Es freut uns, als Autor dafür einen der prominentesten Vertreter, Herrn Oestereich, gewonnen zu haben. Aber es gibt auch andere moderne Ansätze: Einer davon sieht das Projektmanagement als ineinandergreifende kybernetische Regelkreise an (Grasl, Vigenschow); ein anderer Ansatz betrachtet es aus dem Blickwinkel von systemisch zu organisierender Gruppendynamik (Wohland). Unsere Zeit bringt es mit sich, dass alles standardisiert wird, so auch das Projektmanagement. Daher mussten wir auch einen Artikel der Normung widmen, hier am Beispiel PRINCE2. Die anderen Beiträge versuchen, das Bild abzurunden, was aber nur schwer gelingt angesichts der Fülle von neueren Entwicklungen auf diesem Gebiet. In der Hoffnung, dem Leser einen Einblick in den derzeit ablaufenden Wandel zu vermitteln, wünschen wir viel Spaß beim Lesen.

Karsten Hoffmann Michael Mörike