HMD 261, 45. Jahrgang, Juni 2008

Webbasierte Geschäftsmodelle

Herausgeber: Josephine Hofmann, Andreas Meier

Als E-Book bestellen
Gedruckte Ausgabe bestellen
Feedback an den Herausgeber
Zum Inhaltsverzeichnis

Editorial

Webbasierte Geschäftsmodelle dienen der modellhaften Beschreibung elektronischer Austauschbeziehungen von Unternehmen (eBusiness, eCommerce) bzw. von öffentlichen Institutionen (eGovernment). Neben der Festlegung von Produkten und Dienstleistungen beschreibt das Geschäftsmodell Kundenzielgruppen, Kommunikations- und Distributionskanäle, Serviceprinzipien, Ertragsoptionen und Betriebs- bzw. Betreibermodelle.

Das Internet bietet zunehmend auch Einzelpersonen mit bisher privaten Aktivitäten eine Chance zur Geschäftstätigkeit. So werden mehr und mehr die Optionen C2C (Customer-to-Customer resp. Citizen-to-Citizen) im virtuellen Raum genutzt.

Für jeden Teilnehmer im virtuellen Raum bzw. Market Space ist es erfolgskritisch, das individuelle Ansehen zu erhöhen und Beiträge bzw. Angebote sichtbar zu machen.

Nach dem Platzen der Internetblase hat sich in den letzten Jahren eine Reihe von erfolgreichen Geschäftsmodellen fast unmerklich durchgesetzt, die die Virtualisierung von Geschäfts- und Lebenswelten nutzen und gleichzeitig vorantreiben. Aus diesem Grunde ist es wichtig, die Vielfalt der Geschäftsoptionen von Zeit zu Zeit zu ordnen und zu bewerten. Dabei müssen aktuelle Entwicklungen wie Web 2.0 oder Web 3.0 in die strategischen Überlegungen mit einbezogen werden. Zudem gilt es, die veränderten und erweiterten Möglichkeiten der Business Collaboration zu verstehen und zu nutzen.

Der Kunde oder Nutzer einer webbasierten Dienstleistung verändert sich ebenfalls durch seine zeit- und standortunabhängigen Aktionsmöglichkeiten. Mehr und mehr tritt er nicht nur als Nachfrager auf, sondern beteiligt sich auch aktiv als Mit-Gestalter bzw. Koproduzent auf vielen Stufen der digitalen Wertschöpfungskette. Ein fortschrittliches Unternehmen, das auf eBusiness setzt, muss aus diesem Grunde bei der Kundenwertbetrachtung neben monetären Größen auch diese Wertschöpfung mitberücksichtigen.

Eine weitere Herausforderung im elektronischen Market Space bildet nach wie vor das Vertrauen von Kunden und Partnern. Mit Reputationssystemen werden neue Mechanismen geschaffen, die kooperatives Verhalten der Marktteilnehmer fördern und schrittweise eine Vertrauensbasis aufbauen. Durch soziale Netzwerke werden Gemeinschaften aufgebaut, die dank gegenseitiger Kontakt- und Austauschmöglichkeiten der Vertrauensbildung und -erhaltung großes Gewicht beimessen.

HMD 261 gibt Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, einen Überblick über die Vielfalt der Entwicklungen bei webbasierten Geschäftsmodellen. Verschiedene Entwürfe webbasierter Modelle werden für Sie zudem an Fallbeispielen konkretisiert.

Nun hoffen wir auf eine anregende und kritische Diskussion

Josephine Hofmann Andreas Meier