HMD 265, 46. Jahrgang, Februar 2009

eGovernment

Herausgeber: Josephine Hofmann, Siegfried Reich

eGovernment im Kontext der EU-Dienstleistungsrichtlinie

Frank Hogrebe, Markus Nüttgens

Zusammenfassung

Anbieter öffentlicher Dienstleistungen sind mit Blick auf die EU-Dienstleistungsrichtlinie (EU-DLR) gefordert, ihre Produkt- und Prozessorganisation bis Ende 2009 neu auszurichten. Wesentliche Kernelemente der Richtlinie sind die Einrichtung einheitlicher Ansprechpartner für Unternehmen und die elektronische Verfahrensabwicklung von Formalitäten und Verfahren zur Aufnahme und Ausübung einer Dienstleistungstätigkeit. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf die Ausgestaltung der zugrunde liegenden Informationssysteme und der IT-Infrastruktur. Hier sollen besonders dienstebasierte Architekturen (SOA) die Anpassung von IT-Systemlandschaften an sich ändernde Anforderungen kostengünstig, zeitnah und flexibel ermöglichen. Deren Aufbau hat sich im öffentlichen Sektor bisher jedoch in der Fläche nicht durchgesetzt. Der Beitrag behandelt zunächst die Kernanforderungen der EU-DLR, die daraus resultierenden Herausforderungen für die IT im Sinne eines One-Stop-eGovernment und deren aktueller Umsetzungsstand am Beispiel deutscher Großstädte der Größenklasse 1 und 2. Als Lösungsansatz für die Richtlinie wird ein integriertes Produkt- und Prozessmodell für dienstebasierte Anwendungen und Architekturen vorgestellt, das als Rahmenkonzept eine methodische Basis für die Umsetzung der Richtlinie legt. Am Beispielprozess der Gewerbe-Anmeldung wird der Ansatz des integrierten Produkt- und Prozessmodells konkretisiert.

Inhaltsübersicht

  1. EU-Dienstleistungsrichtlinie
  2. One-Stop-eGovernment
    1. Bezugsrahmen und Szenarien
    2. Umsetzungsstrategien
    3. Benchmarkingstudie
  3. Integriertes Produkt- und Prozessmodell
    1. Rahmenkonzept
    2. Fallstudie "Gewerbe-Anmeldung"
  4. Ausblick
  5. Literatur