HMD 265, 46. Jahrgang, Februar 2009

eGovernment

Herausgeber: Josephine Hofmann, Siegfried Reich

Demokratieorientierte eGovernment-Systeme

Edzard Weber, Moreen Stein, Norbert Gronau

Zusammenfassung

Bisher existiert keine Methode zur systematischen Anforderungsanalyse von eGovernment-Lösungen, die demokratiebegründet ist. Der Beitrag wird dies aufgreifen und zunächst einen Bezugsrahmen für demokratieorientiertes eGovernment vorstellen. Grundlage dafür bildet ein Vorgehen zur konventionellen Demokratiemessung. Darauf aufbauend werden Anforderungen an konkrete eGovernment-Systeme abgeleitet. eGovernment-Systeme bilden Prozesse der Willensbildung und des Verwaltungshandelns ab und müssen demnach auch demokratischen Anforderungen gerecht werden. eGovernment wird als Kontext betrachtet, in dem elektronische Dienste zur Verrichtung institutioneller Aufgaben angeboten werden. eDemocracy ist weder Dienst noch Aufgabe. Es ist ein Merkmal, das in jedem beliebigen Kontext mehr oder weniger stark ausgeprägt sein kann. Der Beitrag wird ein Vorgehensmodell zur Bewertung der demokratischen Ausprägung von eGovernment-Systemen vorstellen. Anhand von Beispielen wird gezeigt, wie die einzelnen Merkmale demokratieorientierter eGovernment-Systeme gemessen werden können.

Inhaltsübersicht

  1. eDemocracy und eGovernment
    1. Begriffsverständnis
    2. Potsdamer Bezugsrahmen für eGovernment
  2. Demokratiemessung
    1. Betrachtungsebenen
    2. Indikatorsystem
      1. Prüfkriterien für das Prinzip Freiheit
      2. Prüfkriterien für das Prinzip Gleichheit
      3. Prüfkriterien für das Prinzip Kontrolle
    3. Vorgehensmodell zur Demokratiebewertung
  3. Anwendungsbeispiel Vorgangsbearbeitungssystem
    1. Bewertung des Indikators "Effektive Gestaltung der eProzesse"
    2. Bewertung des Indikators "Einbindung der Betroffenen"
    3. Bewertung des Indikators "Organ zur technischen Prüfung"
  4. Sensibilisierung für das Indikatorsystem
  5. Literatur