HMD 267, 46. Jahrgang, Juni 2009

eCollaboration

Herausgeber: Kai Riemer, Susanne Strahringer

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Editorial

Nach Heften zu Social Software in 2006 und Web 2.0 in 2007 haben wir uns als HMD-Herausgeber gefragt, was von diesen Themen, nachdem nun etwas Zeit vergangen ist, im betrieblichen Alltag unserer Leser angekommen ist. Betreiben nun alle Business 2.0 oder sehen ihr Unternehmen gar auf dem Weg zu Enterprise 2.0?

Wir haben uns entschieden, das ganze ein wenig bodenständiger zu betrachten. Schließlich haben auch vor Web 2.0 Menschen in Projekten und Prozessen IKT-gestützt zusammengearbeitet und auch Forscher haben sich intensiv mit diesen Themen beschäftigt. Wenn sich Begriffe wie CSCW (Computer Supported Cooperative Work) oder Groupware heutzutage verstaubt anhören, ein Teil unserer Studenten sie vielleicht noch nicht einmal mehr kennt und alles nach dem Mitmach-Internet bzw. -Intranet ruft, so wollten wir mit unserer Wortwahl für den Schwerpunkt aber auch nicht diejenigen verschrecken, die diese Themen unabhängig vom Web 2.0-Hype interessant finden. Die gelegentliche Sperrigkeit der deutschen Sprache hat uns davon abgehalten, das Heft mit Kommunikations- und Kollaborationssystemen zu betiteln und uns dazu gebracht, den Anglizismus eCollaboration zu wählen. Der Begriff eCollaboration hat - das werden Sie schon am Inhaltsverzeichnis sehen - keineswegs die 2.0-Themen verdrängt, das sollte er auch nicht, aber Raum geschaffen für Beiträge zu Themen, die auch ohne die beliebte Versionsnummer auskommen. Vielleicht hätte er auch Raum zu einer noch weiteren Interpretation gegeben und auch Beiträge zur Automatisierung zwischenbetrieblicher operativer Prozesse ermöglicht, aber dort haben wir als die beiden Herausgeber des Heftes eine bewusste Grenze gezogen und den Fokus auf die interpersonale Kommunikation und Zusammenarbeit gelenkt. Die Netzwerke, die wir in diesem Heft betrachten, verbinden Menschen und unterstützen den Informationsfluss und Wissensaustausch zwischen diesen, und nicht in erster Linie Systeme und ihren Datenaustausch. In etlichen Mails mit potenziellen Autoren haben wir versucht, diese Grenze zu vermitteln. Zugegebenermaßen ist die Grenze auch nicht immer scharf, es gibt auch Themen, wo sie verwischt, auch in Beiträgen dieses Heftes. Dennoch auch hier hätten uns in Vorschau und Einreichungsaufruf vielleicht ein paar Anglizismen geholfen, um es auf den Punkt zu bringen:

  1. Coordinated Networks -> connect systems and share processes
  2. Collaborative Networks -> connect people and share information

Auch 1. ist ein spannendes und interessantes Thema, aber der Fokus des vorliegenden Heftes ist 2. Die 0 ergänzt und wir sind schon wieder bei unserem Einstiegsgedanken. In der Tat, liebe Leser, erwartet Sie in diesem Heft einiges mit Web 2.0-Bezug, z.B. Beiträge dazu, wie man Wikis und Blogs für eCollaboration einsetzt. Wir haben deshalb auch nach dem eigentlichen Grundlagenbeitrag einen zweiten eher breiten und grundlagenorientierten Beitrag zu Web 2.0 in deutschen Unternehmen vorangestellt, um eine Basis für die spezifischeren Wiki-/Blog-Beiträge zu schaffen. Aber auch das Finden von geeigneten Interaktionspartnern in Netzwerken, die mobile und ubiquitäre Kollaboration sowie das gemeinsame Arbeiten an Dokumenten sind Themen, für die wir Sie mit dem vorliegenden Heft begeistern wollen. Viel Spaß dabei

Kai Riemer Susanne Strahringer