HMD 272, 47. Jahrgang, April 2010

Materialwirtschaft & Produktion

Herausgeber: Knut Hildebrand, Stefan Meinhardt

Webbasierte Fertigungssteuerung in der Praxis. Produktivitätssteigerungen mit dem Manufacturing-Execution-System MR-CM©

Robert Obermaier, Johann Hofmann, Florian Kellner

Zusammenfassung

Manufacturing-Execution-Systeme (MES) werden in der Fertigungsindustrie dazu eingesetzt, einen durchgehenden Informationsfluss zwischen den an der Fertigung beteiligten Systemen herzustellen. Von der Vernetzung aller an der Produktion beteiligten Systeme wird dabei eine gesteigerte Produktivität auf Shop-Floor-Ebene erwartet. Beim Durchlauf des beispielhaft gezeigten Fertigungsauftrages wurden durch den Einsatz von MR-CM©, einem von der Maschinenfabrik Reinhausen entwickelten und implementierten MES, bereits einige Produktivitätspotenziale im Vergleich mit der konventionellen Abwicklung ohne Einsatz des MES deutlich. Diese resultieren im Wesentlichen aus der Eliminierung von nicht wertschöpfenden Schnittstellenproblemen zwischen den an der Auftragsdurchführung beteiligten Maschinen. Die erzielten Produktivitätszuwächse bestehen im Kern aus einer Verkürzung der Maschinenrüstzeiten, was zu einer Reduktion der Produktionskosten und einer Zunahme der Produktionsflexibilität führt und zu einer Reduzierung der Werkzeugbestände sowie der damit verbundenen Kapitalbindungskosten.

Inhaltsübersicht

  1. Integration als Wettbewerbsfaktor
  2. Ausgangssituation: Insellösungen in der Fertigung
    1. Das Unternehmen: Maschinenfabrik Reinhausen GmbH
    2. Die Rüstprozesse
    3. Das Problem: "Schnittstellendschungel" in der Fertigung
  3. Lösung: Integrierte Informationsverarbeitung mit MR-CM©
    1. Grundkonzeption des MR-CM©
    2. Anwendung des MR-CM© im Rahmen eines Fertigungsauftrages
  4. Wirtschaftlicher Nutzen
    1. Papierlose Fertigung
    2. Verkürzung von Rüstzeiten
    3. Verbesserte Kapazitätsauslastung
    4. Reduzierung von Werkzeugbeständen und Kapitalbindungskosten
  5. Literatur