HMD 272, 47. Jahrgang, April 2010

Materialwirtschaft & Produktion

Herausgeber: Knut Hildebrand, Stefan Meinhardt

Überbetriebliche Interoperabilität zwischen ERP-Systemen

Stefan Kompa, Janine Härtel

Zusammenfassung

Die Konzentration auf Kernkompetenzen gilt seit Jahren als erfolgreiche Strategie deutscher Industrieunternehmen. Ursache für die Fokussierung ist eine langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit sowie die Forderung nach Flexibilität, um sich einer ständig verändernden Marktsituation anzupassen. Gegenwärtig mangelt es oftmals an erforderlichen organisatorischen und informationstechnischen Voraussetzungen für einen effizienten Austausch der zentralen Nachrichten zur überbetrieblichen Auftragsabwicklung. Mit dem normierten Nachrichten- und Datenstandard von myOpenFactory lässt sich die Problematik der Schnittstellenvielfalt und Datenkonsistenz zwischen Unternehmen in produzierenden Netzwerken stark reduzieren. Für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) ohne eigene ERP-Systeme bietet der myOpenFactory-Standard ein Web-Cockpit, das die erforderlichen Grundfunktionen der überbetrieblichen Auftragsabwicklung (z.B. Anfrage, Angebot, Preisvergleich, Auftrag) elektronisch realisiert. Entwickelt wurde diese neue innovative Technologie vorwiegend für Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau. Im Rahmen der projektorientierten Auftragsfertigung werden erhebliche Einsparungspotenziale im Bereich Einkauf und Vertrieb erreicht durch die Reduzierung des operativen Aufwandes und den Wegfall von Medienbrüchen.

Inhaltsübersicht

  1. Wettbewerbsfaktor IT im Maschinen- und Anlagenbau
  2. Horizontale Integration von ERP-Systemen mittels des myOpenFactory-Standards
    1. Forschungsseitige Konzeption und Entwicklung
    2. IT-Architektur
    3. Belegarten
    4. Einsparungspotenziale durch den myOpenFactory-Standard
  3. Praxisorientierter Einsatz des myOpenFactory-Standards
    1. Systemanbieterbezogene Anbindung
    2. Referenzkunden
  4. Konsequenzen und weiterer Forschungsbedarf
  5. Literatur