HMD 273, 47. Jahrgang, Juni 2010

IT-basiertes Innovationsmanagement

Herausgeber: Josephine Hofmann

Innovationen durch Crowdsourcing in der Finanzindustrie

Christopher Chard, Ken Knoll, Dirk Schiereck

Zusammenfassung

Die im internationalen Vergleich schwache Innovationskraft stellt eine große Herausforderung für die deutsche Bankwirtschaft dar. Mit Crowdsourcing, das die Auslagerung einer Unternehmensaufgabe an ein großes, unbestimmtes Netzwerk beschreibt, findet ein neues, internetbasiertes Instrument inzwischen auch erste Anwendungen bei Finanzdienstleistern. Denn Crowdsourcing bietet neue Lösungspotenziale zur Stärkung der Innovationskraft. Die Analyse findet allerdings nur eine begrenzte Zahl an Anwendungen zum Crowdsourcing im Finanzsektor. Ein Großteil der Banken hat offenbar noch Vorbehalte, nur wenige haben in Vorreiterrollen Crowdsourcing erfolgreich implementiert. Beispiele wie das Crowd Funding, das auf die Investitionsbereitschaft der Crowd abzielt, oder verschiedene Plattformen, bei denen das Talent der Crowd zur Filterung der Besten aus den Vielen ausgenutzt wird, zeigen aber, dass Crowdsourcing in vielen Bereichen des Finanzmarkts nicht nur möglich ist, sondern auch sehr erfolgreich genutzt werden kann.

Inhaltsübersicht

  1. Definition und allgemeine Formen von Crowdsourcing
    1. Crowdsourcing als internetbasiertes Innovationsinstrument
    2. Grundstruktur des Crowdsourcings
  2. Crowdsourcing-Lösungen in der Finanzindustrie
    1. Traditionelle Innovationsschwäche in der Bankwirtschaft
    2. Bewusstseinswandel in der Bankwirtschaft
    3. Anwendungen von Crowdsourcing in der Finanzindustrie
      1. Crowd Voting
      2. Crowd Creation
      3. Crowd Wisdom
      4. Crowd Funding
  3. Hürden und Zukunftsperspektiven
  4. Literatur