HMD 274, 47. Jahrgang, August 2010

Green Computing & Sustainability

Herausgeber: Jorge Marx Gómez, Susanne Strahringer, Frank Teuteberg

Green Ubiquitous Computing - ökologische Aspekte des RFID-Einsatzes

Lars Thoroe, Malte Schmidt, Matthias Schumann

Zusammenfassung

Untersuchungsgegenstand der heutigen Green-IT-Forschung ist der Ressourceneinsatz für Herstellung und Betrieb von Rechenzentren und PCs. Die Vision des Ubiquitous Computing (UC) sieht eine Verschmelzung von realer und virtueller Welt vor, in der IT-Komponenten in Alltagsgegenstände eingebettet sind. Dies birgt völlig neue ökologische Herausforderungen: Kritisch zu sehen sind der immense Ressourcenverbrauch für den Masseneinsatz von RFID und anderen UC-Technologien sowie Probleme des Recyclings, da UC-Komponenten meist nicht wie anderer Elektroschrott getrennt verwertet werden und in andere Abfallströme eingehen. Allerdings bietet UC auch völlig neue ökologische Potenziale durch die Bereitstellung detaillierter und feingranularer Objektinformationen, die beispielsweise in Recyclingprozessen genutzt werden können. Diese ökologischen Aspekte werfen Zielkonflikte hinsichtlich der Anforderungen an UC-Systeme auf.

Inhaltsübersicht

  1. Ubiquitous Computing
  2. Ökologische Auswirkungen von UC
    1. Lebenszyklus smarter Objekte
    2. Risiken
    3. Potenziale
  3. Praxisbeispiel: ökologische Aspekte zweier RFID-Projekte der Volkswagen AG
    1. Ersatz von Einweg- durch Mehrwegverpackungen
    2. Recycling von RFID-gekennzeichneten Ladungsträgern
  4. Ausrichtung von UC an ökologischen Zielsetzungen
    1. Forschungsbedarfe
    2. Implikationen für die Praxis
  5. Literatur