HMD 274, 47. Jahrgang, August 2010

Green Computing & Sustainability

Herausgeber: Jorge Marx Gómez, Susanne Strahringer, Frank Teuteberg

Korruptionsprävention im IT-Beschaffungsprozess öffentlicher Organisationen

Daniela Krahl, Anke Schüll, Wolfgang Höhnel, Dirk Schreiber

Zusammenfassung

Beschaffungen in der IT sind von Vorteilsnahme und Korruption potenziell bedroht. Die Formulierung des Bedarfs und die Einschätzung der Angebote erfordern eine IT-Fachkompetenz, die durch die kontrollierenden Instanzen zum Teil nicht in ausreichendem Maße gegeben ist. Für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das Korruptionsprävention als Teil der Entwicklungspolitik begreift, sind Prozesse und Verfahrensweisen, die Vorteilsnahme, Amtsmissbrauch oder Korruption im eigenen Hause ermöglichen könnten, umso unerträglicher. Dies war für die Beschaffungsstelle sowie für die IT des BMZ Anlass genug, den IT-Beschaffungsprozess kritisch zu durchleuchten und zu verändern. Das Ziel der Prozessanalyse bestand darin, den IT-Beschaffungsprozess stärker zu systematisieren und ihn einer durchgängigen Kontrolle zu unterwerfen. Gleichzeitig sollte auf Ebene des einzelnen Entscheidungsträgers durch Schulungen zum Thema Vorteilsnahme und Korruption eine Sensibilisierung bewirkt werden. Der Erfolg solcher Initiativen ist jedoch nur dann gegeben, wenn das Thema Korruption offen diskutiert wird und eine permanente Schärfung der Aufmerksamkeit gelingt.

Inhaltsübersicht

  1. Schaden durch Korruption
  2. Zum Begriff der Korruption
    1. Begriff und Typologie
    2. Ursachen und Motive für Korruption
  3. Aspekte der Korruptionsprävention in der IT-Beschaffung
  4. Schritte zur Korruptionsprävention
    1. Schaffung von Transparenz im IT-Beschaffungsprozess
    2. Sensibilisierung zur Stärkung der inneren Abwehrkräfte in der IT
    3. Vorbildfunktion
  5. Literatur