HMD 275, 47. Jahrgang, Oktober 2010

Cloud Computing & SaaS

Herausgeber:

SaaS für HR-Anwendungssysteme

Kriterien, Eignung und Implikationen

Marco Klein, Björn Pilarski, Stefan Bitzer, Matthias Schumann

Zusammenfassung

Befragungen zeigen, dass sich IT- und Human-Resource-(HR-)Verantwortliche durch eine Auslagerung von HR-Anwendungssystemen auf externe Software-as-a-Service-(SaaS-)Anbieter Einsparungen von Betriebs- und Wartungskosten sowie eine Steigerung der Systemflexibilität versprechen. Bevor eine Entscheidung für eine SaaS- Auslagerung getroffen wird, bedarf es einer Prüfung der grundsätzlichen Eignung von HR-Anwendungssystemen. Dafür werden in diesem Artikel einerseits die SaaS-Eignungskriterien Datensensibilität, Schnittstellenkomplexität und strategische Relevanz für diese Systeme operationalisiert. Andererseits werden die Eigenschaften von HR-Referenzsystemen mithilfe dieser Kriterien bestimmt, und es wird daraus eine idealtypische SaaS-Eignung abgeleitet. Die Untersuchung zeigt, dass sich Learning-Management- und Personalabrechnungssysteme sowie mit Einschränkungen Personalbedarfsplanungs-, Personalkostenplanungs- sowie Test- und Szenariosysteme für SaaS eignen. Für weitere HR-Anwendungssysteme, beispielsweise Personaleinsatzplanungslösungen, trifft dies nicht zu. Die größten Probleme bei einer Auslagerung solcher Systeme stellen dabei sensible, personenbezogene HR-Daten dar, die durch SaaS in heterogenen Fremdsystemlandschaften verarbeitet werden.

Inhaltsübersicht

  1. HR-Anwendungssysteme im Fokus von SaaS
  2. SaaS-Eignungskriterien für HR-Anwendungssysteme
    1. Datensensibilität
    2. Schnittstellenkomplexität
    3. Strategische Relevanz
  3. HR-Anwendungssysteme und ihre SaaS-Eignung
    1. Personalbedarfsplanungs- und -deckungssysteme
    2. Personalentwicklungssysteme
    3. Personalentlohnungssysteme
    4. Personalführungssysteme
  4. Implikationen
  5. Literatur