HMD 276, 47. Jahrgang, Dezember 2010

Geoweb

Herausgeber: Karl Rehrl, Siegfried Reich

Geosensornetzwerke - Echtzeitmessungen für Monitoring- und Informationssysteme

Bernd Resch

Zusammenfassung

Bisher wurden Geosensornetzwerke meist in geschlossenen monolithischen Systemen aufgebaut, wodurch die Nutzung von Sensordaten über System- und Domänengrenzen hinweg im Sinne einer "digitalen Haut" für die Erde verhindert wurde. Deshalb werden zunehmend neue Ansätze verfolgt, die sich - im Unterschied zu herkömmlichen Sensornetzwerken - durch einen hohen Grad an Interoperabilität, Skalierbarkeit und Intelligenz auszeichnen. Als technisches Vehikel für die Erreichung dieser Vision wurde die Sensor Web Enablement-(SWE-)Initiative ins Leben gerufen, die zum Ziel hat, Sensoren über das Internet auffindbar, abfragbar und steuerbar zu machen. Solche interoperablen Mess- und Monitoring-Infrastrukturen eröffnen die Möglichkeit ubiquitärer Informationssysteme, indem Endbenutzern bisher unsichtbare Informationsebenen in naher Echtzeit zugänglich gemacht werden. Es müssen allerdings auch die Auswirkungen von räumlich hochauflösendem Monitoring auf die Bürger bedacht werden, weil Begriffe wie "Luftqualität" oder "Schadstoffausbreitung" nur Surrogate für breitere und direktere Einflüsse auf Menschen sind, wie z.B. Atemwegserkrankungen oder eine Veränderung der Lebenserwartung.

Inhaltsübersicht

  1. Eine "digitale Haut" als Netzwerk von Sensoren
  2. Geosensornetzwerke - Stand der Technik
  3. Standardisierung als Basis für Monitoring-Anwendungen
    1. Sensor Web Enablement
    2. Live-Geography-Infrastruktur
  4. Geosensornetzwerke im Alltag
  5. Literatur