HMD 277, 48. Jahrgang, Februar 2011

IT-gestütztes Lernen & Wissensmanagement

Herausgeber: Josephine Hofmann, Jürgen Jarosch

Fachliches Metadatenmanagement mit einem semantischen Wiki

Kai Hüner, Berthold Brauer, Boris Otto, Hubert Österle

Zusammenfassung

Um aktuellen Herausforderungen weltweiter Märkte begegnen zu können, brauchen Unternehmen ein einheitliches Verständnis ihrer Geschäftsobjekte. Einerseits sind regionale Spezifika zu unterstützen, um weltweit agieren und z.B. günstige Produktionsstandorte nutzen zu können. Andererseits sind einheitliche Daten strukturen für unternehmensweite Analysen erforderlich, um z.B. globale Einkaufsstrategien umsetzen und vorteilhafte Einkaufskonditionen aushandeln zu können. Zusätzlich müssen Geschäftsobjekte neue Anforderungen seitens des Markts und regulierender Institutionen möglichst schnell abbilden - und das weltweit und konsistent. Ziel eines effektiven Managements von Geschäftsobjekt-Metadaten ist somit die Bereitstellung aktueller, detaillierter, flexibler und gleichzeitig unternehmensweit konsistenter Metadaten (z.B. technische und fachliche Spezifikationen, anwendungsspezifische Informationen zur korrekten Nutzung). Zur Unterstützung dieser Aufgabe stellt der Beitrag das Konzept eines fachlichen Metadatenkatalogs vor und diskutiert einen Wiki-basierten Prototyp, der gemeinsam mit dem Unternehmen Bayer CropScience realisiert wurde. Die Evaluation des Prototyps zeigt, dass sich insbesondere semantische Wikis gut zur Realisierung eines fachlichen Metadatenkatalogs eignen.

Inhaltsübersicht

  1. Metadaten zur Beschreibung von Geschäftsobjekten
  2. Management fachlicher Metadaten mit Wikis
    1. Wikis als Kollaborationsplattform in Unternehmen
    2. Allgemeine Anforderungen an ein Business Data Dictionary
  3. Ein Wiki als Business Data Dictionary bei Bayer CropScience
    1. Fachliches Metadatenmanagement bei Bayer CropScience
    2. Anforderungserhebung
    3. Implementierung als semantisches Wiki
    4. Evaluation und Szenariotests
  4. Ergebnisse der Nutzung des Prototyps und weiterer Forschungsbedarf
  5. Literatur