HMD 277, 48. Jahrgang, Februar 2011

IT-gestütztes Lernen & Wissensmanagement

Herausgeber: Josephine Hofmann, Jürgen Jarosch

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Editorial

IT-gestütztes Lernen und Wissensmanagement - zwei Anwendungsbereiche der Wirtschaftsinformatik, die der Bereitstellung und Nutzung von betrieblich notwendigen Wissens- und Lerneinheiten dienen und damit einen wesentlichen Beitrag zur betrieblichen Innovations- und Überlebensfähigkeit leisten können. Und die ist wichtig, wie wir wissen, gerade auch angesichts der demografisch bedingten Veränderungen in der Mitarbeiterstruktur. Das Wissen und die Lernbereitschaft bestehender Belegschaften oder anderer Gemeinschaften zu nutzen wird umso wichtiger, je schwieriger "Nachschub" am Markt zu organisieren ist und je länger diese Mitarbeiter im Unternehmen bzw. der Gesamtorganisation verbleiben. Doch der Markt für entsprechende Anwendungen und Anbieter ist relativ stark zersplittert bzw. schwierig abzugrenzen. Geht es doch nicht um klar umrissene Anwendungssoftware wie Textverarbeitung, die rasch zum Einsatz gebracht werden kann, sondern ihr erfolgreicher Gebrauch ist immer geknüpft an mehr oder minder aufwendige Arbeiten zur Gewinnung und Aufbereitung der entsprechenden Inhalte, neudeutsch "Contents" bzw. "Rohstoffe" in Form verfügbarer Daten- und Informationsbestände. Und dieser Bearbeitungsschritt kostet viel Aufwand, Klassifikation und Aufbereitung, Überzeugungsarbeit, kontinuierliche Qualitätsverbesserung und auch eine entsprechende Motivation der Menschen, diese Inhalte bereit zustellen und zu nutzen.

Auch in diesem Anwendungsgebiet zeigt sich der Einfluss dessen, was unter dem Hypethema 2.0 umrissen wird: Aktivierung und Vernetzung von Nutzern und damit verbunden neue, granulare Inhaltsformen, Potenziale der Selbstorganisation des Lernprozesses und der Lernmittelerstellung, neue Formen der Reputationsbildung und -bewertung in virtuellen Gemeinschaften, deren Mitglieder auch an ihrem Beitrag zur wissenschaftlichen (Wissens-)Community gemessen werden. Praktische Beispiele hierzu werden aus der Unternehmens- und Forschungspraxis vorgestellt. Ein weiterer Block von Beiträgen widmet sich den erforderlichen Lernplattformen und Autorensystemen als zentralen Infrastrukturbausteinen für betriebliches Lernen und Wissensmanagement. In Zeiten von Youtube darf auch Video als zentrale Aufbereitungsform für Lerninhalte nicht fehlen - interaktive Videos spielen hierbei eine immer größere Rolle und werden ebenfalls eingehend diskutiert. Last but not least zeigt ein Beispiel aus dem kommunalen Umfeld, zu welch interessanten Anwendungen sich vorhandene kommunale Datenbestände zusammenfügen und bereitstellen lassen. Noch ein Wort zum Begrifflichen: Angesichts der dynamischen Begriffsbildung in diesen Bereichen haben wir uns entschlossen, den Titel des Gesamthefts mit "IT-gestütztes Lernen und Wissensmanagement" zu umschreiben und eLearning als eine Teilgruppe dieser Lösungen zu bezeichnen, die heute zunehmend das ausschließliche Internet- bzw. Intranet-basierte Lernen beinhaltet. Wir bedanken uns bei allen Autoren für die gute Zusammenarbeit und wünschen allen Lesern einen möglichst großen Erkenntnisgewinn.

Josephine Hofmann Jürgen Jarosch

PS.:
Bitte besuchen Sie das neue HMD-Blog mit Beiträgen auch zum Schwerpunktthema dieses Hefts unter http://hmdblog.dpunkt.de.
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