HMD 282, 48. Jahrgang, Dezember 2011

Führungssysteme für eine neue Manager-Generation

Herausgeber: Stefan Reinheimer, Robert Winter

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Einwurf

von Jörg Schmidt

Zurück in die Zukunft, Teil 5

Ich erinnere mich noch genau an die richtungsweisenden Beiträge auf der Expo2000 in Hannover. Damals schlenderte ich durch die Hallen und ließ mich davon berieseln, wie die Menschen in anderen Ländern leben, was sie essen und wie sie arbeiten. Und davon, wie "wir Menschen" vielleicht einmal leben werden. Da kamen Begriffe wie Urbanisierung und Informationsmanagement auf. Hoppla, Informationen - ja, ganz richtig, wir wurden Zeuge von der Vision einer vernetzten Welt. Eine Welt, in der ich mit anderen Menschen über den ganzen Erdball verteilt uneingeschränkt Informationen austauschen kann. Ich kann mit Kollegen direkt per Smartphone sprechen und sie gleichzeitig sehen, ohne sie physikalisch vor Augen zu haben. Unvorstellbar, dachte ich, allein wenn man an die dafür notwendige Technik denkt.

Tja, und heute! Etwa 10 Jahre danach fühle ich mich so, als wäre ich in einer Zeitmaschine mit Doc Brown und Marty McFly unterwegs gewesen. Damals hatte Marty dafür sorgen wollen, dass in der Vergangenheit Ereignisse eintreten, damit in der Zukunft, in der er lebte, die Dinge richtig zusammenpassten.

Wir haben in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung der Technologien miterlebt. Und wir erleben in unserer Freizeit und im Beruf ständig, wie sich die Welt vernetzt, sich soziale und Business-Netzwerke bilden, vernetzte Systeme in Unternehmen entstehen, kollaborative Treffpunkte für Projektmanagement geschaffen werden, die gleichzeitig die interdisziplinäre Kommunikation fördern, und, und, und, … All das müssen wir Menschen nun verarbeiten können - in unserer alltäglichen Funktion als Mitarbeiter, Führungskraft, Privatperson.

Für Unternehmen und Systemanbieter sowie Beratungsunternehmen ist damit die verantwortungsvolle Aufgabe verknüpft, ihre Entwicklungen so zu steuern, dass Mehrwerte generiert werden, die helfen, die tägliche Arbeit zu unterstützen.

Dabei dürfen sich diese Entwicklungen und Methoden aber nicht ausschließlich an der Belastbarkeitsgrenze der Maschinen bzw. IT-Systeme orientieren. Die Verarbeitungszeit zwischen Initialisierung einzelner Ereignisse und deren Zusammenhang im Ganzen sowie deren zu erbringender Wertschöpfung in einem Unternehmen muss sich an den Menschen anpassen, nicht umgekehrt. Aus dieser Voraussetzung heraus müssen zukünftige Strategien, Prozesse und Systeme eine Einheit bilden, die die nächste Managergeneration in deren heute noch nicht bekannten Herausforderungen effizient begleitet. Neue Anforderungen, die es nicht mehr gestatten, sich der Technologie zu verschließen. Das Ausdrucken von E-Mails durch Assistenten für das Topmanagement ist keine Option für die vernetzte Gegenwart.

Und vielleicht sollte man auch bedenken, dass es nicht immer der neuesten technologischen Entwicklung bedarf, die als maßgebliche Richtung dient. Manchmal hilft auch einmal der Blick in die Vergangenheit, um Geschäftsprozesse für die Zukunft angemessen und reproduzierbar zu gestalten.

Schließlich kehrte Marty McFly auch nur durch die Unterstützung einer Dampflokomotive wieder mit dem DeLorean in die Gegenwart zurück.

Jörg Schmidt Global Master Data Management Trilux GmbH & Co. KG Heidestraße 59759 Arnsberg j.schmidt@trilux.de www.trilux.de