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21.2

Java Web Start



Der Java-Entwickler steht meist vor der Frage, ob er seine Applikation als Applet oder als Applikation schreiben soll. Beide Ausführungsarten haben dabei spezifische Vor- und Nachteile.

Folgende Vorteile haben Applets gegenüber Applikationen:

Folgende Vorteile besitzen Applikationen gegenüber Applets:

Abbildung 21.1: Der Java-Web-Start-Anwendungsmanager
Abbildung 21.1

Um die Vorteile der beiden Welten zu vereinen, hat Sun Java Web Start entwickelt. Mit diesem Werkzeug ist es möglich, teilweise sogar ohne Codeänderung normale Applets und Applikationen in Java-Web-Start-Programme umzuwandeln, die dann folgende Vorteile besitzen:

Diese Programme können entweder über die Java-Web-Start-Management-Oberfläche, über ein Desktop-Icon oder über das Startmenü aufgerufen werden.

Java Web Start ist seit Java 1.4 in dem Java Runtime Environment enthalten, kann aber auch für ältere Versionen separat aus dem Internet geladen werden.

Zunächst werden in einer XML-Datei die entsprechenden Parameter festgeschrieben. Klickt der Besucher einer Internetseite auf einen Verweis mit dieser XML-Datei als Ziel, wird die Java-Web-Start-Management-Oberfläche gestartet, die entsprechende Applikation heruntergeladen und lokal gespeichert (Caching). Die Parameter werden überprüft und die Applikation gestartet. Die XML-Datei ist Teil des Java Network Launching Protocol (JNLP), das die Kommunikation zwischen dem Server und dem Client definiert.

Abbildung 21.2: Herunterladen einer neueren Version
Abbildung 21.2

Falls der Benutzer eine offene Internetverbindung besitzt, wird beim Starten der Applikation überprüft, ob eine neuere Version des Programms zur Verfügung steht. Ist dies der Fall, wird entweder ein neues Java Archive oder die Differenz zur neuesten Version (JARDiff) geladen. Nach der Erneuerung wird das Programm dann in gewohnter Weise gestartet.

Abbildung 21.3: Sicherheitshinweis beim Versuch, einen Service zu benutzen, der die Sandbox auflockert
Abbildung 21.3

Die Programme laufen, solange sie nicht signiert sind, in einer dem Applet nachempfundenen Sandbox. Der Zugriff auf lokale Ressourcen ist generell, wie bei Applets, verboten. Über Dienste (so genannte Services), die von der Umgebung zur Verfügung gestellt werden, kann man jedoch restriktiv auf bestimmte Ressourcen (z.B. auf die Zwischenablage oder den Browser) zugreifen. Ein Zugriff auf Ressourcen außerhalb dieser vordefinierten Bereiche ist ohne Signierung nicht möglich. Wenn nötig (also wenn auf entsprechende Services zugegriffen wird), wird der Benutzer über die Sicherheitsrisiken informiert und kann sich dafür oder dagegen entscheiden.


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