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20.12

DOM (Document Object Model)



Für den Zugriff auf den Parse-Baum und seine Knoten hat das W3-Konsortium das Document Object Model (DOM) standardisiert. DOM ist ein Satz von Schnittstellen für die einzelnen Knotentypen des Parse-Baums. So gibt es ein DOM-Interface Element, das einen Elementknoten darstellt oder auch ein Interface Text, das Textdaten im Dokument repräsentiert. Da DOM im Wesentlichen nur aus Schnittstellen besteht, benötigt man für die praktische Verwendung eine Implementierung. Eine solche Implementierung ist bei den meisten gängigen XML-Parsern für Java enthalten. So beinhaltet auch J2SE eine DOM-Implementierung.

Abbildung 20.12: Schnittstelle eines DOM-Baums
Abbildung 20.12

Wie Abbildung 20.12 zeigt, hat die Schnittstelle eines DOM-Knotens immer sowohl Anteile des DOM-API als auch spezifische Anteile der verwendeten Implementierung. Diese spezifischen Anteile stellen Funktionalität bereit, die über DOM hinausgehen.

Die DOM-Schnittstellen sind sprachunabhängig in der IDL (Interface Definition Language) der OMG (Object Management Group) definiert. IDL ist die Spezifikationssprache für CORBA-Schnittstellen. DOM für Java ist also nur eine spezielle Ausprägung der Schnittstellen, der Standard spricht hier auch vom Java Binding.

Insgesamt sind die Funktionen von DOM recht einfach gehalten, bei komplexeren Applikationen benötigt man oft zusätzliche, die die verschiedenen Parser bieten. DOM ist daher nur als kleinster gemeinsamer Nenner zu betrachten. Bei der Parser-Auswahl ist auch darauf zu achten, welche Möglichkeiten sie über die reine Implementierung von DOM hinaus bieten.

Oftmals sind solche Funktionen essentiell für eine Anwendung und somit ausschlaggebend für die Auswahl des Werkzeugs. Wenn der Zugriff auf den Parse-Baum nur über die DOM-Interfaces erfolgt, hat man zwar den Vorteil, dass die Applikation vollständig unabhängig von den Parsern und ihrer DOM-Implementierung ist. Nachteil ist allerdings, dass die Zugriffsmöglichkeiten der Applikation auf den Parse-Baum und seine Inhalte eingeschränkt und mitunter recht umständlich sind. Die zusätzlichen Funktionen der Parser bieten hier oft mehr Komfort.


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